Stichwörter: Melam(m)ed, Melammed
(hebr. Lehrer, Pl. Melamdim): Jüdischer (Religions-)lehrer in einer traditionellen Cheder, die von Knaben zwischen 5 und 13 Jahren besucht wird. Der Religionslehrer wurde in einer Jeschiwa ausgebildet und lehrte neben den Grundzügen der TOra-Talmud auch Lesen und Schreiben. Oft übernahm er auch andere Gemeindedienste, etwa das Amt des Vorsängers (Chasan) oder Schächters (Schochet). Als der bayerische Staat im frühen 19. Jahrhundert das Kontrollmonopol über das Unterrichtswesen beanspruchte und die akademische Ausbildung der Pädagogen zur gesetzlichen Vorgabe machte, wurde der klassische Melamed durch den modernen jüdischen Religions- und Volksschullehrer ersetzt.
Quelle: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 1664.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern
(hdbg.eu/juedisches_leben)