Stichwörter: Malteser, Malteser (Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom hl. Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos
Im Jahr 1530 erhielt der Ritterorden der Johanniter von Kaiser Karl V. die Insel Malta als Lehen. Fortan wurden die Ordensangehörigen bekannt als Malteserritter. Sie kämpften mit ihrer Flotte über Jahrhunderte hinweg gegen Piraten und das Osmanische Reich. 1798 eroberte Napoleon Malta und 1800 kam die Insel in den Besitz der englischen Krone. Damit endete die Herrschaft des Ordens.
Der Ritterstaat ohne Land hat seinen Sitz seit 1834 in Rom. Er ist ein souveränes Subjekt des Völkerrechts und unterhält mit zahlreichen Staaten und internationalen Organisationen diplomatische Beziehungen. Der Orden ist in drei Stände gegliedert. Der erste Stand leistet ein ewiges Gelübde nach den Evangelischen Räten und besteht aus Professkaplänen und Professrittern. Der zweite Stand der Obödienzritter und -damen leistet ein Gehorsamsversprechen auf Widerruf. Der dritte Stand umfasst die übrigen Mitglieder des Ordens.
1859 erfolgte die Gründung der Genossenschaft der Rheinisch-Westfälischen Malteser Devotionsritter und 1866 des Vereins Schlesischer Malteserritter als erste nationale Assoziationen im Gesamtorden. 1993 entstand daraus die Deutsche Assoziation des Malteserordens. Sie verfolgt karitative Zwecke, betreibt einen Unfallshilfsdienst und organisiert Wallfahrten.
Literatur: Bradford, Ernle: Johanniter und Malteser. Die Geschichte des Ritterordens, München 1991;
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1997, Band 6, Sp. 1252f.;
Waldstein-Wartenberg, Wolfgang: Rechtsgeschichte des Malteserordens, München und Wien 1969.
Link: http://www.malteser.de
http://www.orderofmalta.org
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)