Die Glossare des HdBG

Magen David (Davidschild, Davidstern) Detailansicht

Stichwörter: Brauerstern, Davidschild, Davidstern, Davidstern), Magen David, Magen David (Davidschild, Magen David (Davidschild, Davidstern)


Gebildet aus zwei übereinandergeschobenen Dreiecken, Hexagramm; der Davidstern wird seit dem 17. und 18. Jahrhundert von Prag ausgehend zum Zeichen des Judentums

Aus: Siehe der Stein schreit aus der Mauer

(hebr. Schild Davids, im dt. meist Davidstern, nicht zu verwechseln mit dem NS-"Judenstern"): Sechszackiges Hexagramm, ein uraltes Schutz-Zeichen zur Abwehr böser Mächte, das in allen drei monotheistischen Weltreligionen bekannt ist. Die Ursprünge verlaufen sich im Zweistromland. Als "Brauerstern" war das Hexagramm im süddeutschen Raum bis ins 19. Jahrhundert weit verbreitet. Möglichweise besteht ein Zusammenhang mit dem ursprünglich zunftfreien Status des Brauerberufs, den auch Juden bis ins 15. Jahrhundert ausüben konnten. Für die Kohärenz der Dichte jüdischer Gemeinden mit dem Vorkommen des Brauersterns in Franken hat die Forschung bislang keine endgültig befriedigende Erklärung gefunden. Jedenfalls entwickelte sich der Davidstern, wohl ausgehend von der einflussreichen Kultusgemeinde in Prag (1492 nachgewiesen), neben dem Judenhut zum spezifisch jüdischen Symbol auf Siegeln und Druckerzeichen, wurde jedoch weiterhin auch von Nichtjuden verwendet. Erst ab dem 17. Jahrhundert entwickelt sich der Magen David allmählich zum Hauptsymbol des Judentums: In der Aufklärung machten ihn jüdische Gelehrte der Aufklärung (Haskala) zum identitätsstiftenden Religionssymbol. Sein Aufbau wurde mit Bezügen zur Geschichte des Volkes Israel interpretiert. 1897 wählten ihn die Zionisten zu ihrem politischen Emblem. Heute ist der Magen David u.a. Bestandteil der israelischen Staatsflagge.

Quelle: Wolf Stegemann / Johanna Eichmann OSU (Hg.): Der Davidstern. Zeichen der Schmach - Symbol der Hoffnung. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden. Dorsten-Wulfen 1991. // Matthias Trum: „Das Khals Siegel siehet einem Bierzeichen nicht ungleich“. Der Davidstern und die Zunftzeichen und Symbole des Brauer- und Mälzerhandwerks. In: Jüdisches Museum München / Lilian Harlander u. Bernhard Purin (Hg.): AK Bier ist der Wein dieses Landes. Jüdische Braugeschichten. München 2016, S. 33-52. // Michael Grünwald: Zoigl-Stern vom Schafferhof. In: Haus der Bayerischen Geschichte / Richard Loibl (Hg.): „Wirtshaussterben? Wirtshausleben!“. Regensburg 2022 (= HdBG Magazin 8), S. 107 // Bernward Deneke u.a.: Vorinformationen zum Judentum. In: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg / Bernward Deneke u.a. (Hg.): Siehe der Stein schreit aus der Mauer. Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Nürnberg 1988, S. 511.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern (hdbg.eu/juedisches_leben)