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Liberalismus Detailansicht

Stichwörter: Liberalismus


Liberalismus ist sowohl eine geistige Strömung (Weltanschauung) als auch eine politische Bewegung, die sich in Parteigründungen niedergeschlagen hat. Der Liberalismus fordert die freie Entfaltung des Individuums nach den Grundsätzen der Vernunft (im Sinne der Aufklärung). Philosophische Grundlage sind das Naturrecht und die Menschenrechte. Gegenüber den Religionen und Konfessionen wird Toleranz bis hin zur Indifferenz geübt; das Schulwesen soll jedoch nach liberaler Überzeugung in der Hand des Staates und nicht der Kirche liegen. Die Freiheit der Gedanken schließt den öffentlichen Wettbewerb von Ideen ein. Die politische und rechtliche Freiheit sieht der Liberalismus in einer Verfassung verwirklicht; diese kann - je nach Spielart des Liberalismus (von linksliberal bis rechtsliberal) - zum Typ der konstitutionellen Monarchie oder der parlamentarischen Demokratie gehören. Liberale Kräfte standen auch hinter den Nationalstaatsgründungen im 19. Jahrhundert. Wichtig ist dem Liberalismus ferner ein freiheitliches, gut geregeltes Rechtssystem ohne Willkür und Privilegien. Politisch richtet sich der Liberalismus gegen Staatseingriffe, wirtschaftlich erstrebt er die Freiheit für die Wirtschaftssubjekte (Unternehmer wie Arbeiter), sieht im Wettbewerb ein Stimulans für den Fortschritt, wendet sich gegen Privilegien, Monopole und Kartelle, auch etwa der Arbeitnehmer, und setzt sich für den freien Handel ein.

Quelle: Aus: CD-ROM und Internet-Projekt: Geschichte des bayerischen Parlaments, www.parlament.hdbg.de
Aus: Parlamentarismus