Die Glossare des HdBG

Kempten, Fürstabtei: Politische Geschichte (Spätmittelalter) Detailansicht

Stichwörter: Kempten, Kempten, Fürstabtei: Politische Geschichte (Spätmittelalter)


Das Benediktinerkloster Kempten konnte im 13. und 14. Jahrhundert, engültig 1353, vom Reich die Vogteirechte erwerben. Der Abt beanspruchte seit 1212 den Titel eines Reichsfürsten, was aber erst Mitte des 14. Jahrhunderts allgemeine Akzeptanz fand. Im Rahmen der 1213 erworbenen Grafschaft Kempten gelang es den Fürstäbten im 15. Jahrhundert, ein geschlossenes Territorium aufzubauen. Dazu kauften sie adelige Güter im Grafschaftsbereich auf und intensivierten die Leibherrschaft über ihre Untertanen. Folge war ein Bauernaufstand 1491/92. Nur die Stadt Kempten konnte sich dem Zugriff entziehen (endgültig 1494). Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Konstanz über die kirchenrechtliche Stellung der Abtei, die 1382 begannen, beendete die päpstliche Exemtion im Jahr 1483. Die Ordensreformen des 15. Jahrhunderts erfassten das Stift nicht.

Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns