Stichwörter: Katholisches Verbandswesen
Erste katholische Vereine und Verbände, die neben die traditionellen Bruderschaften und Kongregationen traten, entstanden in Bayern schon vor 1848. Doch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts häuften sich die Gründungen von standesbezogenen (Gesellen, Handwerker, Bauern, Burschen) oder aufgabenorientierten (Caritas, Preßverein) Vereinen. Neue Impulse brachte am Anfang des 20. Jahrhunderts die Frauenbewegung (Tätigkeit des Katholischen Frauenbunds in Bayern ab 1904) und die Jugendbewegung, deren katholische Ableger in Bayern (KJMV, Quickborn, Neudeutschland, Sturmschar) jedoch eine Konkurrenz in den Burschenvereinen besaßen. Die während des "Dritten Reichs" weitgehend verbotenen katholischen Vereine wurden nach 1945 wieder begründet. Sie erreichten jedoch die alten Mitgliederzahlen nicht mehr. Gründe waren die "Organisationsmüdigkeit" weiter Bevölkerungskreise und der von Bischöfen forcierte Ausbau der "Katholischen Aktion", die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) in den Pfarrgemeinderäten aufging.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns