Stichwörter: Katholische Großstadtseelsorge
Das Wachstum der Großstädte im Gefolge der Industrialisierung stellte die traditionellen kirchlichen Strukturen vor neue Herausforderungen. Der Ausbau des Seelsorgenetzes konnte während des gesamten 19. Jahrhunderts nicht mit der Zunahme der Bevölkerung Schritt halten. Einen Ersatz stellte das ausgeprägte katholische Verbandswesen dar. Gleichzeitig nahmen die Seelsorger die Großstadt als religionsfeindlichen Raum wahr. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts bemühte sich die katholische Kirche, die pastorale Betreuung in den Großstädten durch die Neugründung von Pfarreien und die Professionalisierung der Seelsorge zu intensivieren. Seit Anfang der 1960er Jahre wandelte sich dabei die Grundeinstellung weg von einer restaurativen Tendenz hin zu Dialogbereitschaft und Offenheit gegenüber der moderen Welt. Verstärkt wurden nun auch überpfarrliche Angebote eingerichtet. Eine neue Herausforderung stellte seit Ende des 20. Jahrhunderts der sich verschärfende Priestermangel dar.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns