Stichwörter: Kastler Reform
Älteste spätmittelalterliche benediktinische Reformbewegung im deutschsprachigen Raum. Einflüsse aus Böhmen führten ab 1380 zu einer Reform des oberpfälzischen Klosters Kastl unter Abt Otto Nortweiner (reg. 1378-1399, gest. 1400), gefördert durch den späteren deutschen König Rupprecht von der Pfalz (reg. 1400-1410 als König). Von Kastl ausgehend erfasste die Reformbewegung weitere Klöster vorwiegend in Altbayern, beginnend mit Reichenbach 1394/1410. Zentrale Dokumente der Kastler Reform sind die "Consuetudines" und der "Liber ordinarius", die vor allem im 15. Jahrhundert große Verbreitung erfuhren. Charakteristisch für die Kastler Reform ist der hohe Stellenwert von Bildung und Wissenschaft sowie die kritische Einstellung zur Tradition. Am längsten blieb die Kastler Reform im Kloster Füssen wirksam.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns