Die Glossare des HdBG

Kartause Detailansicht

Stichwörter: Kartause


Der Orden der Kartäuser entwickelte eine besondere Bauform seiner Klöster. Die schlichte einschiffige Kirche ohne Turm liegt komplett in der Klausur. Der Chorraum war für die auch „Chormönche“ genannten Kleriker des Konvents reserviert, die einfachen „Brüder“ waren von ihnen durch einen Lettner getrennt.
Neben der Kirche bestanden in der Kartause drei verschiedene Bereiche. Für das Leben der ganzen Gemeinschaft lagen um den „kleinen“ Kreuzgang der Kapitelsaal, die Bibliothek, jeweils getrennt das Refektorium der Chormönche bzw. der Brüder, sowie das Dormitorium der Brüder.
Für das Leben der Chormönche in der Einsamkeit sollte jede Kartause über einen „großen“ Kreuzgang verfügen. Daran angebaut lagen die Einzelhäuschen für den Prior und zwölf Mönche. Selten waren so genannte Doppel- oder Dreifachkartausen für je ein Mehrfaches der Stärke des Konvents. Jedes Mönchshäuschen besaß einen Arbeitsraum im Erdgeschoss und einen Schlafraum im Obergeschoss, dazu eine Gartenparzelle.
Der dritte Bereich umfasste die Werkstätten der Brüder und die Versorgungsanlagen für das ganze Kloster.
Literatur: Backmund, Norbert: Die kleineren Orden in Bayern, Windberg 1974, S. 57ff.;
Binding, Günther / Untermann, Matthias: Kleine Kunstgeschichte der mittelalterlichen Ordensbaukunst in Deutschland, Darmstadt 1985, 3. ergänzte Auflage 2001, S. 391-402;
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1996, Band 5, Sp. 1266ff.

Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)