Stichwörter: Kapuziner, Kapuziner (Ordo Fratrum Minorum Capuccionorum OFMCap)
Als dritter Zweig im Orden der Franziskaner entstanden im frühen 16. Jahrhundert in Italien die Minderbrüder vom Eremitenleben, bald benannt nach ihrer besonders spitzen Kapuze. 1528 wurde ihr Orden kirchlich bestätigt, bis 1619 jedoch in Abhängigkeit zu den Minoriten. Kennzeichen der Kapuziner sind das Streben nach Bedürfnislosigkeit sowie schlichte Kirchen und Klosterbauten. Kleriker und Laien sind im Orden einander als Brüder gleich gestellt. Obwohl die Kapuziner von Anfang an volksnah und sozial engagiert wirkten, besteht auch die Lebensform als Eremit.
Die Blütezeit der Kapuziner war das 17. und frühe 18. Jahrhundert. Wortgewaltige Predigten förderten das Ansehen der Brüder ebenso wie ihr Einsatz als Seelsorger im Militär, den Gefängnissen, Krankenhäusern und an sozialen Brennpunkten. Die Vertreter der Aufklärung sahen indes in den Kapuzinern einen Hauptgegner.
Literatur: Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a., Band 5, Sp. 1220-1226.
Link: http://www.kapuziner-bayern.de
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)