Die Glossare des HdBG

Kalender (jüd.) Detailansicht

Stichwörter: Adar, Av, Cheschwan, Elul, Ijar, jüdische Zeitrechnung, jüdischer Kalender, Kalender, Kalender (jüd.), Kalender (jüdisch), Kislew, Nissan, Rosch ha-Schana, Schewat, Sivan, Tammus, Tewet, Tischri


Der jüdische Kalender ist ein Mondkalender und hat im Schnitt 354 Tage, wobei regelmäßig Schalttage und Schaltjahre zur Anpassungen an den Gregorianischen Kalender (1582 eingeführt durch Papst Gregor XIII.) notwendig sind. Das jüdische Jahr hingegen ist seit dem 10. Jahrhundert unverändert und hat 10 Monate mit jeweils 29 oder 30 Tagen. Die Monate heißen: Tischri, Cheschwan, Kislew, Tewet, Schewat, Adar, Nissan, Ijar, Sivan, Tammus, Av und Elul. Das Jahr beginnt heutzutage immer im September/Oktober mit dem Monat Tischri, in dem das Neujahrsfest Rosch ha-Schana gefeiert. Der größte Unterschied zum vorherrschenden Gregorianischen Kalender ist der Beginn der Zeitrechnung: Während jener mit der Geburt Jesu einsetzt und im Sinne der christlichen Heilsgeschichte die "Jahre des Herrn" ab dem Jahr 0 aufzählt (lat. anno Domini), beginnt der jüdische Kalender bereits mit der biblischen Schöpfung der Welt 3761 früher. Um den jüdischen Kalender mit dem gregorianischen gleichzusetzen, muss daher die Zahl 3760 zum christlichen Jahr addiert werden. Während innerjüdische Schriftsachen und Mazewotin nur den jüdischen Kalender benutzen, stehen auf neueren Grabsteinen und in offiziellen, von der Obrigkeit sanktionierten Werken oft beide Zeitrechnungen nebeneinander.

Quelle: Historisches Museum der Pfalz / Cornelia Ewigleben (Hg.): AK Europas Juden im Mittelalter. Speyer 2005, S. 263. // Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern (hdbg.eu/juedisches_leben)