Die Glossare des HdBG

Judentum (Weimarer Republik) Detailansicht

Stichwörter: Judentum, Judentum (Weimarer Republik)


Die jüdische Geschichte Bayerns war während der Weimarer Republik durch Übergänge und Spannungen gekennzeichnet: So setzte sich die 'Verbürgerlichung' vor allem in den städtischen Gemeinden fort, während in den Dörfern und Kleinstädten die traditionelle Lebensform der 'Landjuden' weiterhin dominierte. Trotz der organisatorischen Zusammenfassung im 'Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden' prägte die innere Differenzierung in liberales Reformjudentum und Orthodoxie das Alltagsleben. Die Meinungsunterschiede wurden zudem durch die Zuwanderung von 'Ostjuden' überlagert. Wachsender Antisemitismus seit der Kaiserzeit, verschärft durch das Trauma der Revolution in der Ära Kahr, bewirkte einerseits Abgrenzungsreaktionen der jüdischen Gemeinden, brachte aber auf der anderen Seite - infolge einer bewussten Neubesinnung auf die eigene Tradition - vor allem in München eine neue Blüte jüdischer Kultur hervor.

Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns