Stichwörter: Judengasse, Judenstraße
Ein Straßenzug, meistens im städtischen Raum, in dem mehrheitlich oder ausschließlich Juden wohnten und arbeiteten. Man darf diese Straßen keineswegs mit einem Ghetto zu verwechseln, denn die Jüdinnen und Juden konnten sie jederzeit verlassen und sich frei bewegen. Judengassen entstanden durch behördliche Beschränkungen, hatten aber auch einen religiösen Hintergrund: Ein gläubiger Jude sollte grundsätzlich maximal 1000 Schritte von seiner Synagoge entfernt leben, außerdem konzentrierten sich dort die Einrichtungen der Gemeinde. Heute sind Judengassen als Straßenname oft die letzte Erinnerung an mittelalterliche Gemeinden.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern (hdbg.eu/juedisches_leben)