Stichwörter: Johanniter
Mitte des 11. Jahrhunderts gründeten Kaufleute aus der italienischen Hafenstadt Amalfi in Jerusalem ein Pilgerhospital. Erst zwei Generationen später begannen militärische Aufgaben in den Vordergrund zu treten. 1154 wurde die Brüdergemeinschaft als Orden anerkannt. Ab 1230 wurde der zentral und hierarchisch organisierte Orden von Rittern geführt, die Kleriker und einfachen Brüder verloren an Einfluss. Nach verschiedenen Niederlagen übersiedelte der Orden im Jahr 1306 nach Rhodos. 1522 eroberte das Osmanische Reich die Insel und die Johanniter fanden eine neue Heimat auf Malta.
Zur weiteren Geschichte des katholischen Ordens siehe: Malteser
Seit 1351 besaßen die Johanniter eine Ballei in Brandenburg unter einem Herrenmeister. Sie blieb ungeachtet der Reformation und der Leitung durch das Haus Hohenzollern im Verband der Malteser. Erst 1811 erfolgte die Säkularisation.
1852 errichtete König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen einen neuen rein protestantischen Ritterorden. Seit 1885 existiert auch eine Schwesternschaft. Der Orden arbeitet karitativ als Bestandteil der Evangelischen Kirche in Deutschland in Rückbesinnung auf den Ursprung der Johanniter. Seit den 1950er-Jahren engagiert er sich in der Unfallhilfe.
Link: http://www.johanniterorden.de
Literatur: Barz, Wolf-Dieter: Die Satzung des Johanniterordens. Eine einführende Darstellung, in: Jahrbuch des öffentlichen Rechts Neue Folgen 39 (1990), S. 125-146;
Fleckenstein, Josef / Hellmann, Manfred (Hrsg.): Die geistlichen Ritterorden Europas, Sigmaringen 1980;
Klimek, Stanislaus: Im Zeichen des Kreuzes. Die anerkannten geistlichen Ritterorden, Stuttgart 1986;
Lagleder, ■:Die Ordensregel der Johanniter / Malteser, St. Ottilien 1981;
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1996, Band 5, Sp. 982ff.
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)