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Dominikaner ( Ordo fratrum Praedicatorum OP ) Detailansicht

Stichwörter: Dominikaner, Dominikaner ( Ordo fratrum Praedicatorum OP )


Die Gemeinschaft der „Prediger“ begründete der hl. Dominikus (um 1170-1221). In päpstlichem Auftrag zog der aus Spanien stammende Kanoniker 1206 nach Südfrankreich. Er bekämpfte die Lehren der Albigenser und Waldenser. Bei Toulouse gründete Dominikus eine Missionsstation und sammelte um sich eine Gemeinschaft. Sie erhielt 1215 die Kirche St. Roman in der Bischofstadt Toulouse als geistliches Zentrum. Bereits 1216 erhielten die Dominikaner die päpstliche Bestätigung als zentral organisierter Orden mit der Regel des hl. Augustinus.
Kennzeichen der Dominikaner war die Einbeziehung von Laien in eine ursprünglich von Klerikern geprägte Gemeinschaft mit dem Auftrag der Predigt. Deshalb forderte Dominikus von den „Predigerbrüdern“ eine möglichst gute wissenschaftliche Ausbildung. Sie brachte bedeutende Gelehrte wie Thomas von Aquin und Albertus Magnus hervor. Gemeinsam mit den gleichzeitig entstehenden Franziskanern formten die Dominikaner die neue Art der besitzlosen Bettelorden. Im Gegensatz zu den Prälaten gingen sie gezielt in die großen Städte des Mittelalters.
Im Spätmittelalter stellten die Dominikaner zahlreiche Ablassprediger in päpstlichem und bischöflichem Auftrag. In der Frühneuzeit wurden Angehörige des Ordens häufig mit den Aufgaben der Inquisition betraut. Stark engagiert waren die Dominikaner in der Mission Lateinamerikas.
Link: http://www.op-sued.de
Literatur: Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1995, Band 3, Sp. 309-318.

Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)