Stichwörter: Domannexstifte
Personell, rechtlich und liturgisch mit der Bischofskirche verbundene Stifte in unmittelbarer Nähe der Kathedrale. Domannex- oder Domnebenstifte entstanden im heutigen Bayern von der Mitte des 11. Jahrhunderts bis Anfang des 14. Jahrhunderts an aus zum Teil erheblich älteren Kirchen. Ihre Gründung war stark von den indiviuellen Gegebenheiten vor Ort bestimmt, weshalb in Freising gleich drei Stifte, in Chiemsee, Bamberg und Passau gar keine entstanden. Aus den Domannexstiften, die auch in die Liturgie der Kathedrale eingebunden waren, rekrutierte sich das Personal für die Bistumsverwaltung. Die Spannbreite der möglichen rechtlichen Stellungen war groß. Sie reichte von Minderstiften ohne eigene Kirche bis hin zu weitgehend selbständigen Stiften mit reicher Ausstattung. Bis auf Sankt Johann in Regensburg wurden alle Domannexstifte im Zuge der Säkularisation 1802-1806 aufgehoben.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns