Stichwörter: Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund, Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund (DVSTB), 1919-1924/35
Am 18. Februar 1919 in Bamberg als Nebenorganisation des Alldeutschen Verbandes gegründet, war der Bund in der frühen Weimarer Republik die größte völkisch-antisemitische Massenorganisation. Er organisierte reichsweit bis zu 180.000 Mitglieder (Stand Sommer 1922). Geheimer Vorsitzender war Konstantin von Gebsattel (1854-1932), unter den Mitgliedern waren später führende Nationalsozialisten wie Dietrich Eckart (1868-1923), Reinhard Heydrich (1904-1942) und Julius Streicher (1885-1946). Vereinszeichen war das Hakenkreuz. Das dualistische, simplifizierende Weltbild des Bundes gründete in radikalem Antirepublikanismus und Antisemitismus. Nach dem Mord an Reichsaußenminister Walter Rathenau (1867-1922) wurde der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund 1922 in den meisten Ländern verboten, der bayerische Landesverband blieb hingegen bis Juli 1935 als eingetragener Verein bestehen, war aber ab 1924 kaum mehr in der Öffentlichkeit präsent.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns