Stichwörter: Deutscher Orden, Deutscher Orden (Ordo Teutonicus OT)
(Ursprünglich: Ordo Fratrum Domus Hospitalis Sanctae Mariae Teutonicorum)
Während der Belagerung von Akko im Jahr 1189 gründeten Bürger aus Bremen und Lübeck eine geistliche Bruderschaft zur Betreuung von Verwundeten und Kranken. Sie wurde um 1199 in einen Ritterorden nach Vorbild der Johanniter und der Templer umgewandelt. Zum Lazarettdienst trat nun der bewaffnete Kampf im Heiligen Land.
Der Orden bestand aus Ritterbrüdern und Priestern, unterstützt durch einfache Brüder und Schwestern. Er wurde zentral geleitet durch den Hochmeister. Ihm unterstellt waren die Balleien (Ordensprovinzen), die jeweils mehrere Kommenden (Ordenshäuser) umfassten. Ab 1231 begann der Deutsche Orden mit der Eroberung und Christianisierung von Preußen.
In Österreich überlebte der Orden alle Säkularisationen. Von 1838 bis 1923 war der Hoch- und Deutschmeister stets ein Angehöriger des Hauses Habsburg. Seit 1929 gehört der Deutsche Orden zu den Regularkanonikern, das heißt seine Angehörigen sind Kleriker. Zusätzlich besteht aber ein weltlicher Zweig der so genannten Familiaren, das heißt Frauen und Männer, die den Orden unterstützen. Besonders hervorgehoben unter den Familiaren sind die Ritter.
Literatur:
800 Jahre Deutscher Orden. Katalog zur Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums und der Internationalen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens in Nürnberg 1990, Gütersloh 1990;
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1995, Band 3, Sp. 130-134.
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)