Stichwörter: Chiemsee, Chiemsee, Bistum
Salzburger Eigenbistum mit Sitz auf Herrenchiemsee, das 1215/16 kanonisch errichtet wurde. Der Chiemseer Bischof verblieb in enger Abhängigkeit vom Salzburger Erzbischof, als dessen Weihbischof er stets in Salzburg residierte. Die kleine Diözese mit anfgänglich nur zehn Pfarreien umfasste das Chiemseegebiet sowie das Tal der Tiroler Ache und das Brixental. In seiner Diözese konkurrierte der Bischof mit dem Propst des Augustiner-Chorherrenstifts Herrenchiemsee, der als Archidiakon eigene Jurisdiktionsrechte besaß. Erst im Zuge der katholischen Reform konnte sich der Bischof (1613/1707) gegen den Propst und Archidiakon durchsetzen. 1808 legte der letzte Chiemseebischof sein Amt nieder. Bei der Neueinteilung der Diözesen in der nachnapoleonischen Zeit wurde das Bistum 1817/18 auch päpstlicherseits aufgehoben. Sein Tiroler Gebiet fiel an das Erzbistum Salzburg, der oberbayerische Anteil an das Erzbistum München und Freising. 2009 wurde das Bistum Chiemsee als Titularbistum wieder hergestellt.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns