Stichwörter: Bischöfliche Knabenseminare
Knabenseminare, in Bayern auch als Konvikte oder Knabenkonvikte, später als Studienseminare bezeichnet, sind diözesane Einrichtungen der Katholischen Kirche zur Förderung des Priesternachwuchses bereits im Schulalter. Es handelt sich um Internate, deren Schwerpunkt im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf einer aszetischen Ausbildung lag. Die Zielgruppe stellten ursprünglich Kinder aus vor allem sozial schwachen Verhältnissen dar, die eine ausreichende Begabung erkennen und eine spätere Berufung erwarten ließen. Die Bischöfe erkämpften im 19. Jahrhundert die Freiheit der Priesterausbildung von jedem staatlichen Einfluss und setzten ihre alleinige Leitungsgewalt durch. Trotz völkerrechtlicher Absicherung der Seminare durch das Bayerische Konkordat von 1924/25 und das Reichskonkordat von 1933 musste in der Zeit des Nationalsozialismus der Großteil der Seminare seinen Betrieb einstellen. Seit den 1950er Jahren nahmen die Seminare verstärkt auch Schüler auf, die nicht mehr den Priesterberuf anstrebten. Wegen abnehmender Bewerberzahlen schlossen seit den 1970er Jahren zahlreiche Häuser.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns