Stichwörter: Birgitten, Birgitten (Ordo Sanctissimi Salvatoris OSSS)
Stifterin des Ordens zum Allerheiligsten Erlöser war die hl. Birgitta (1303-1373). Aus schwedischem Hochadel stammend zog Birgitta (auch: Brigitta) als Witwe im Jahr 1350 nach Rom. Dort verbrachte sie den Rest ihres Lebens in einem Wechsel intensivster Mystik und politischer Korrespondenz. Papst Urban V. gestattete Birgitta im Jahr 1370 die Errichtung eines Frauenklosters in Vadstena, einer Schenkung der schwedischen Königsfamilie. Der Konvent erhielt Birgittas Abwandlung der Regel des hl. Augustinus. 1374 wurde in Vadstena zusätzlich ein Männerkonvent errichtet.
Nach der Regel des Ordens sollte ein Kloster im Idealfall aus genau 60 Schwestern und 25 Mönchen (13 Priestern, 4 Diakonen und 8 Laienbrüdern) bestehen. Dieses Doppelkloster stand unter Leitung der Äbtissin. Alle Abteien des Ordens waren selbstständig, unterstanden jedoch der geistlichen Aufsicht des jeweiligen Diözesanbischofs.
Die ursprüngliche Gleichheit aller Schwestern ging schon im 15. Jahrhundert verloren. Man unterschied in der Praxis zwischen vornehmen Chorfrauen und Küchenschwestern für die Handarbeit. Das männliche Element in den Klöstern wurde durch das neue Amt eines Priors gestärkt.
Nonnen und Mönche lebten jeweils für sich in strenger Klausur. Dementsprechend kannte die Regel auch Besonderheiten in der Klosterarchitektur. Die Niederlassungen des Ordens lebten vom Ertrag ihrer Grundherrschaften, zählten also zu den Prälatenklöstern. Außenkontakte des Konvents besorgte ausschließlich ein so genannter Hofbruder.
Die Doppelklöster gingen im frühen 19. Jahrhundert unter. Von den alten Nonnenkonventen überlebte nur das bayerische Altomünster. Seit dem Jahr 1911 verfügt der Orden auch über einen heute weltweit blühenden Zweig mit Schwestern, die zahlreiche Gästehäuser betreiben. Die Nonnen leben hingegen auch heute noch in sehr strenger Klausur.
Literatur: Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1994, Band 2, Sp. 478-480;
Festschrift Altomünster 1973, hrsg. von Toni Grad, Aichach 1973;
Liebhart, Wilhelm: Altbayerisches Klosterleben. Das Birgittenkloster Altomünster 1496-1841, St. Ottilien 1987.
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)