Stichwörter: Berührungsreliquien
Die Kostbarkeit der vor allem im frühen Mittelalter nördlich der Alpen seltenen primären Reliquien führte zum vermehrten Gebrauch so genannter Berührungsreliquien. Als solche gelten etwa Partikel von Gegenständen, z. B. Textilien mit denen der Heilige zu Lebzeiten oder nach seinem Tod in direkte Berührung gekommen war. Hoch begehrt waren Erde, Staub oder Flüssigkeit (vgl. hl. Walburga in Eichstätt) aus dem Grab eines Heiligen. Dazu kamen Gegenstände, mit denen das Grab des Heiligen oder seine primäre Reliquien berührt worden waren. Sogar Reste von Kerzenwachs oder Lampenöl, das am Grab eines Heiligen entzündet worden war, galten als Reliquien.
Literatur: Pauli, Ludwig: Heidnische und christliche Bräuche, in: Die Bajuwaren. Von Severin bis Tassilo 488-788. Katalog zur Landesausstellung in Bayern und Salzburg 1988, München u.a. 1988, S. 274-280.
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)