Stichwörter: Benediktiner
Der älteste westliche Mönchsorden, gegründet auf die Regel des hl. Benedikt von Nursia. Diese Regel wurde im Reich der Karolinger erst im frühen 9. Jahrhundert auf Initiative Benedikts von Aniane durch eine Weisung König Ludwigs des Frommen für alle Mönche verbindlich.
In der Krisenzeit des 10. Jahrhunderts erlangte das lothringische Kloster Gorze, dann vor allem die Abtei Cluny in Burgund für das Benediktinertum besondere Bedeutung. Im 11. Jahrhundert folgte die Abtei Hirsau als Reformzentrum. Als Orden im heutigen Sinn kann das Benediktinertum jedoch erst mit der Abspaltung der Zisterzienser begriffen werden.
Die Benediktiner nahmen ursprünglich nur Söhne des Adels in ihre Klöster auf. Erst ab dem Ende des Mittelalters fanden auch Bürger und Bauern fast überall Zugang zu den Konventen. In dieser Zeit spielten die Abteien Melk und Tegernsee eine wichtige Rolle für eine geistige und kulturelle Erneuerung des Ordens. Abgesehen von der Epoche der Unterordnung unter Cluny (s. o.) ist die Selbstständigkeit des einzelnen Klosters ein wesentliches Kennzeichen des benediktinischen Mönchtums.
Literatur: Angerer, Joachim: Stifte und Klöster in Bayern, Österreich und der Schweiz, Augsburg 1987;
Bühler, Johannes (Hrsg.): Klosterleben im Mittelalter. Nach zeitgenössischen Quellen, Frankfurt am Main 1989 (erstmals 1923);
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1994, Band 2, Sp. 211-218;
Prinz, Friedrich: Frühes Mönchtum im Frankenreich. Kultur und Gesellschaft in Gallien, den Rheinlanden und Bayern am Beispiel der monastischen Entwicklung vom 4. bis 8. Jahrhundert, Darmstadt 1988 (2. ergänzte Auflage).
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)