Die Glossare des HdBG

Bamberger Immunitätenstreit, 1430-1446 Detailansicht

Stichwörter: Bamberger Immunitätenstreit, Bamberger Immunitätenstreit, 1430-1446


Langwieriger Machtkampf zwischen Domkapitel, Bischof und Stadt um den Status der umfangreichen Immunitäten des Domkapitels und der mit dem Domkapitel verbundenen Kollegiatstifte. Der Neubau der Stadtmauer nach dem Hussiteneinfall 1430 machte es notwendig, diese umfangreichen Sonderbezirke in die Stadt zu integrieren. In der "Goldenen Bulle" von 1431 vereinigte Kaiser Sigismund (reg. 1411-1437) Stadt und Immunitäten zu einem bischöflichen Stadtgericht und gewährte der neuen Stadtgemeinde das Selbstbesteuerungsrecht. Diese Regelungen, die das Domkapitel benachteiligten, verursachten einen langen Konflikt, der teilweise auch kriegerisch ausgetragen wurde. Der Streit führte zur Absetzung bzw. vorübergehenden Entmachtung zweier Bischöfe durch das Domkapitel und mündete in innerstädtische Auseinandersetzungen zwischen den alten Stadtbürgern und den Bewohnern der Immunitäten. Langfristig gelang es jedoch, die Immunitätsgebiete teilweise in die sich ausbildende Stadtverwaltung zu integrieren. Die Immunitäten bestanden bis ins 18. Jahrhundert.

Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns