Stichwörter: Bamberger Getreideaufstand 1699 (Pogrom), Getreideaufstand, Getreidepogrom, Getreideverfolgung
Als Lothar Franz von Schönborn (reg. 1693-1729), Fürstbischof von Bamberg und Mainz, im Jahr allgemeiner Missernten eine größere Menge Getreide aus den Magazinen des Hochstifts an jüdische Kaufleute in den Niederlanden verkaufte, rebellierte die hungernde Bevölkerung von Bamberg: Am 21. April 1699 wurden die bereits beladenen Getreidebarken geplündert, der Zorn richtete sich aber auch gegen die völlig unbeteiligte jüdische Gemeinde. Während Soldaten die Ordnung in der Stadt schnell wieder herstellten, breitete sich die antijüdische Verfolgungswelle auf das Umland aus und konnte erst im Juni eingedämmt werden. Noch ein Jahrzehnt später, am 10. November 1712, musste der Fürstbischof einen Erlass in allen Orten des Hochstifts anschlagen lassen, der Plünderungen und Übergriffe auf Juden unter Strafe stellte.
Quelle: Adolf Abraham Eckstein: Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg. Bamberg 1910, unver. Nachdr. Bamberg 1988.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern
(hdbg.eu/juedisches_leben)