Stichwörter: Augustiner-Eremiten, Augustiner-Eremiten (Ordo Eremitarum Sancti Augustini O.E.S.A)
Seit 1969: Augustiner (Ordo Sancti Augustini OSA)
Der Orden der Augustiner-Eremiten entstand auf päpstliche Initiative 1256 in Italien aus dem Zusammenschluss mehrerer nach der Regel des Augustinus lebender Eremitenverbände. Sein Auftrag war die Seelsorge für die armen Leute in den Großstädten. Der neue Orden war vom Papsttum als gemäßigte Alternative zu den radikalen Bettelorden gedacht. So gründeten die vormaligen Einsiedler in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zahlreiche Klöster. Diese lagen zumeist in den Vororten oder an den Ringmauern der Städte. Besonders beliebt wurde der Orden im deutschen Sprachraum. Als Abspaltung entstanden die Augustiner-Barfüßer.
Die Mönche beider Observanzen widmeten sich neben der inneren Mission engagiert der Wissenschaft. Berühmtester und wirkmächtigster Augustiner-Eremit wurde Dr. Martin Luther. Seine Reformation führte in Deutschland zur Auflösung zahlreicher Konvente.
Die Säkularisationen des 19. Jahrhunderts überstand das unterfränkische Aussterbekloster Münnerstadt. Es wurde zur Keimzelle einer bescheidenen Renaissance des Ordens in Deutschland um 1900. Seit 1969 trägt er den Namen Augustiner.
Literatur: Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1993, Band 1, Sp. 1234-1237;
Hemmerle, Josef: Die Klöster der Augustiner-Eremiten in Bayern (= Bayerische Heimatforschung Heft 12), München 1958, bes. S. 6-23.
Link: http://www.augustiner.de
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)