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Armleder-Verfolgungen 1336/38 (Pogrom) Detailansicht

Stichwörter: Armleder-Erhebung, Armleder-Verfolgung, Armleder-Verfolgungen 1336/38, Armleder-Verfolgungen 1336/38 (Pogrom)


Eine von Franken ausgehende Aufstandsbewegung bäuerlicher und städtischer Unterschichten, die von 1336 bis 1338 für eine Reihe von Massakern an jüdischen Gemeinden im südwestdeutschen Raum und im Elsass verantwortlich war. Als Anführer und vielleicht auch Initiator gilt der verarmte Ritter Arnold III. von Uissigheim ("Rex Armleder", wohl wegen seiner billigen, rudimentären Rüstung). Bei Ochsenfurt gelang es, unter Mithilfe der Würzburger Stadtbevölkerung ihren Vernichtungszug aufzuhalten. Ritter Arnold wurde festgenommen und am 14. November 1336 in Kitzingen mit dem eigenen Schwert hingerichtet. Ein Jahr später flammte der Aufstand erneut auf und wurde erst in Lothringen vor den Toren Colmars durch ein kaiserliches Aufgebot zerschlagen. Die vorher eher passiven Fürsten des Reiches hatten erkannt, dass der anarchische Mob aus verelendeten Bauern und überschuldetem Kleinadel auch für ihre Macht eine Bedrohung darstellte.

Quelle: Klaus Arnold: Die Armledererhebung in Franken 1336. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst Jg. 26 (1974), S. 35-62. // Jörg R. Müller: Armleder-Verfolgungen 1336-1338, publiziert am 17.10.2016; in: Historisches Lexikon Bayerns (https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Armleder-Verfolgungen_1336-1338) [12.12.2022].
Aus: Jüdisches Leben in Bayern (hdbg.eu/juedisches_leben)

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