- Sohn des Anatomen und Physiologen Ignaz Christoph Döllinger
- 1816-1820 Studium zunächst an der Juristischen, dann der Theologischen Fakultät der Universität Würzburg
- Priesterseminar in Bamberg, 1822 Priesterweihe, Kaplan in Marktheidenfeld; Freundschaft mit dem Schriftsteller August von Platen
- 1823 Professor für Kirchenrecht und Kirchengeschichte am Lyzeum in Aschaffenburg, ab 1826 an der Universität München
- um 1830 Mitglied des Münchner Romantikerkreises um Joseph Görres
- 1845-1851 Mitglied des Bayerischen Landtags in der Kammer der Abgeordneten (Ausscheiden wegen Wegfall der passiven Wählbarkeit)
- ab 1847 Stiftsprobst von St. Cajetan, Verlust seiner Professur wegen Opposition in der Lola-Montez-Affäre
- 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, Wortführer des politischen Katholizismus (Austritt 17.05.1849)
- 1850 Rückkehr auf seine Professur nach München, in den 1860er-Jahren Wandel vom streng konservativen zum liberalen Politiker
- 1860 Erhebung in den Adelsstand
- ab 1868 Mitglied des Bayerischen Landtags in der Kammer der Reichsräte
- 1870/71 Kirchenbann wegen fortgesetzter Kritik am Unfehlbarkeitsdogma des Papstes. Das Dogma der unbefleckten Empfängnis Mariens durch Pius IX. (1854) kann Döllinger nicht als im Gewissen bindend ansehen. Von den Vorarbeiten zum Vatikanischen Konzil ausgeschlossen. Unterscheidung zwischen dem biblischen "Primat" und dem illegitimen "Papat". Nach der Entscheidung des Konzils für die Allgewalt und Unfehlbarkeit des Papstes opponiert Döllinger unter Berufung auf die allmählich entstehende "altkatholische Kirche". Vorträge über die Wiedervereinigung der Kirche im Wintersemester 1872 nach der ostentativen Rektorwahl 1871; trotz Exkommunikation belässt ihn König Ludwig II. in allen Ehrenstellungen und Ämtern.
- ab 1871 wesentliche Mitkonzeption und Förderung der "Altkatholischen Bewegung", der er allerdings nicht beitritt
- 1872-1873 Rektor der Universität München
- 1873-1890 Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, berufen durch König Ludwig II., und Leiter der staatlichen Sammlungen
- Wichtige Arbeiten zur Kirchen- und Konfessionsgeschichte.
- Werke (in Auswahl): Die Lehre von der Eucharistie in den drei ersten Jahrhunderten (1826), Die Reformation (1852), Papstfabeln des Mittelalters (1863), Der Papst und das Konzil (1869)
Biografien
Menschen aus Bayern
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