geboren: 23.10.1916,
Berlin
gestorben: 27.09.2001,
Selb
Sohn des Selber Porzellanfabrikanten Rosenthal. Gymnasium in München. Ab 1934 Studium der Philosophie, Politik- und Wirtschaftswissenschaften in Oxford - nicht zuletzt auf Grund seiner jüdischen Herkunft, die ihm ein Studium in Deutschland bereits erschwert. 1939 als Freiwilliger Eintritt in die Französische Fremdenlegion. 1942 über Gibraltar Flucht nach England, wo er in der Folgezeit zunächst als Bäckerlehrling, Sprachlehrer und Journalist arbeitet. Später Dienst in der Propagandaabteilung des Foreign Office.
1947 auf Wunsch der Familie Übersiedlung nach Selb zur Wahrnehmung der Wiedergutmachungsansprüche. 1950 Eintritt in die Rosenthal AG als Werbe- und Verkaufsleiter. 1952 Leiter der Designabteilung. 1958-70 und 1972-81 Vorstandsvorsitzender der Rosenthal AG, 1981-89 Vorsitzender des Aufsichtsrats.
In Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlern und Designern aus aller Welt Gestaltung der Rosenthal-Studio-Linie in den 50er und 60er Jahren, die zu einem anerkannten Leitbild für modernes Design wird. In der Folge Aufstieg zur zeitweise weltgrößten Porzellanmalerei. 1988 Berufung zum Professor für Design an die Bremer Hochschule für Künste. 1977-86 Präsident des Rates für Formgebung.
Bereits 1963 Einführung eines Beteiligungssystems für Arbeitnehmer. 1968 Gründung der "Grenzland-Stiftung" zur Heranbildung von Arbeitern zu Führungskräften.
Seit 1969 SPD-Mitglied. Noch im selben Jahr mittels Direktmandat Wahl in den Deutschen Bundestag. 1970 Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, 1971 jedoch Rücktritt von diesem Amt auf Grund von Differenzen mit Minister Karl Schiller über das Tempo der Arbeitnehmerbeteiligung. Weiterhin Einsatz für die Mitspracherechte der Arbeitnehmer am "Sagen und Haben" in der Industrie durch Mitbestimmung und Beteiligung am Produktivkapital. (ch)