Biografien
Menschen aus Bayern

Prinzessin von Jülich-Kleve-Berg, Pfalzgräfin von Neuburg Anna von Jülich-Kleve-Berg

geboren: 1. 3. 1552, Kleve
gestorben: 6. 10. 1632, Schloss Höchstädt

Tochter von Herzog Wilhelm IV., dem Reichen, von Jülich, Kleve und Berg und Maria von Österreich; seit 1574 verheiratet mit Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg.

Die Pfalzgräfin Anna von Neuburg übertrug ihrem Sohn Wolfgang Wilhelm ihre Ansprüche auf das jülich-klevische Erbe. Als überzeugte Anhängerin der evangelischen Lehre war Anna jedoch zutiefst bestürzt über die Konversion ihres Sohnes zum Katholizismus.

Prinzessin Anna von Jülich-Kleve-Berg wurde in ihrer Kindheit von ihrer Tante Emilia, der Schwester Herzog Wilhelms, im lutherischen Glauben erzogen. Ihren ersten Unterricht erfuhr sie von evangelischen Lehrern.
Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg, der in das Haus Jülich-Kleve-Berg einzuheiraten plante, wollte ursprünglich - wohl aus Gründen der späteren Erbansprüche - die älteste Tochter Wilhelms, Eleonore, heiraten. Da er diese aber nicht bekam, heiratete er in Neuburg bei prunkvollen Feierlichkeiten 1574 die Zweitälteste, Anna. Das Ehepaar bekam acht gemeinsame Kinder, vier Söhne und vier Töchter.
Als im Jahr 1609 Annas Bruder Johann Wilhelm starb, und damit die männliche Linie des Hauses erlosch, entstand der so genannte Jülich-Klevische Erbfolgestreit, in dem unter anderem auch die Familien der drei Schwestern Annas ihren Anspruch auf die Nachfolge erhoben. Anna übertrug die Erbansprüche, die sie als älteste noch lebende Tochter Herzog Wilhelms auf die niederrheinischen Gebiete hatte, auf ihren ältesten Sohn Wolfgang Wilhelm. Wolfgang Wilhelm wiederum konvertierte 1613 - zunächst heimlich - in München zum Katholizismus, um die Tochter von Kurfürst Maximilian I. von Bayern heiraten zu können. Dies brachte ihm die Unterstützung der katholischen Liga ein, wodurch er letztlich den Erbfolgestreit für sich entscheiden konnte.
Anna und ihr Mann Philipp Ludwig, beide überzeugte Anhänger der evangelischen Lehre, waren allerdings über die Konversion ihres Sohnes tief betroffen. 1614, kurz darauf, starb Philipp Ludwig.
Die Pfalzgräfin Anna beschäftigte sich zeitlebens intensiv mit der Bibellektüre sowie der Lehre der evangelischen Kirche. Sie soll viel spazieren gegangen sein und ein großes Interesse an der Pflanzen- und Tierwelt sowie an der Arzneikunde gezeigt haben.