Biografien
Menschen aus Bayern

Pfalzgraf von Simmern Ludwig Philipp

geboren: 23. November 1602, Heidelberg
gestorben: 8. Januar 1655, Crossen (Schlesien)

reformiert; Administrator der Kurpfalz

Vater: -> Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz († 1610); Mutter: -> Louise Juliana († 1644), Tochter -> Prinz Wilhelms I. von Nassau-Oranien († 1584), erster Generalstatthalter der Vereinigten Niederlande; Bruder: Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz (1596-1632); 1631 Heirat mit Marie Eleonore (1607-1675), Tochter Kurfürst Joachim Friedrichs von Brandenburg († 1608); fünf Söhne, zwei Töchter; Neffe: -> Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz († 1680)

Ludwig Philipp wurde gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich V. in kalvinistischem Sinne erzogen. Er begleitete Friedrich im Oktober 1619 zur Königskrönung nach Prag. Vor der Schlacht am Weißen Berg verließ Ludwig Philipp Böhmen, um die Herrschaft in seinem von spanischen Truppen bedrohten Fürstentum anzutreten, mit dem Kurfürst -> Friedrich IV. 1610 testamentarisch die jüngere Linie Pfalz-Simmern geschaffen hatte. Gleichwohl musste er die unrechtmäßige Besetzung seines Territoriums durch die Spanier hinnehmen. Als Administrator und Vormund für seinen Neffen -> Karl Ludwig, den Sohn Friedrichs V. und kurpfälzischen Erbprinzen, unterzeichnete er nach der Wiedergewinnung der Unteren Pfalz durch die Schweden den Vertrag von Heilbronn von 1633, der den Pfälzern hohe Kriegslasten aufbürdete und zur Gleichstellung von Luthertum und Kalvinismus führte. Nach der schwedischen Niederlage bei Nördlingen zu Flucht und jahrelangem Wanderleben gezwungen, setzte ihn erst der Westfälische Friede wieder in sein Fürstentum ein. 1655 starb Ludwig Philipp im schlesischen Crossen.