Biografien
Menschen aus Bayern

Pfalzgräfin Magdalena (geb. Herzogin von Bayern) von Bayern

geboren: 4. 7. 1587, München
gestorben: 25. 9. 1628, Neuburg a. d. Donau

Tochter von Herzog Wilhelm V. von Bayern und Renata von Lothringen; Schwester von Kurfürst Maximilian I., Philipp Wilhelm (Bischof von Regensburg), Ferdinand (Kurfürst und Erzbischof von Köln); seit 1613 verheiratet mit Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg.

Magdalenas Heirat 1613 mit Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg war von besonderer Bedeutung. Um Magdalena heiraten zu dürfen, musste der protestantische Wolfgang Wilhelm zuerst zur katholischen Kirche konvertieren.

Magdalena kam 1587 als jüngstes von zehn Kindern Herzog Wilhelms V. von Bayern und dessen Frau Renata von Lothringen zur Welt. 1597 dankte Wilhelm ab und überließ seinem Sohn Maximilian I., dem späteren Kurfürsten, die Regierung. Von da an lag auch die Sorge um einen geeigneten Ehemann für Magdalena in Maximilians Händen. Eine eventuelle Verheiratung Magdalenas mit Kaiser Rudolf II. oder mit dessen Bruder Erzherzog Matthias verhinderte Maximilian allerdings, da er befürchtete, dadurch in den habsburgischen Bruderzwist verwickelt zu werden.
Bereits 1599 war der Gedanke an eine Vermählung Magdalenas mit Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg aufgekommen. Dem stand das lutherische Glaubensbekenntnis des Pfalz-Neuburgers im Wege. Nachdem Wolfgang Wilhelm von Maximilian den "Großen Katechismus" von Petrus Canisius zu lesen bekommen hatte und auch an Religionsgesprächen mit Maximilian teilgenommen hatte, entschied er sich zum Konfessionswechsel, den er im Juli 1613, aus Rücksicht auf seinen Vater Philipp Ludwig, streng geheim in der Münchner Residenz vollzog. Im November des selben Jahres wurden Magdalena, die "schon" sechsundzwanzig Jahre alt war, und Wolfgang Wilhelm nun in der Münchner Frauenkirche vom Bischof von Eichstätt feierlich getraut. Ein halbes Jahr später machte Wolfgang Wilhelm in Düsseldorf seine Konversion öffentlich bekannt und erschütterte dadurch seinen Vater schwer.
Diese Eheschließung war politisch äußerst bedeutsam. Wolfgang Wilhelm sicherte sich dadurch die Unterstützung der Katholischen Liga im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit, den er so für sich entscheiden konnte. Außerdem rekatholisierte er das seit drei Generationen lutherische Fürstentum Pfalz-Neuburg, was einen großen Erfolg für die katholische Partei bedeutete.
Magdalena und Wolfgang Wilhelm bekamen einen Sohn, Philipp Wilhelm.