geboren: 1734,
Fürth
gestorben: 05.03.1802,
Altona (Hamburg)
Wirkungsort:
Fürth | Baiersdorf | Bayreuth | Mainz | Altona (Hamburg)
Noah war der älteste Sohn des markgräflich-ansbachischen Hoffaktoren Abraham Meier (Meïr) Berlin (1705-1780) und dessen Ehefrau Roeschen Dina Berlin (gest. 1768). Abraham Berlin war zudem Landesbarnos, also Sprecher der Landjudenschaft des Fürstentums Ansbach-Bayreuth. Noach erhielt seine intensive Ausbildung vom Vater selbst und wurde 1765 Richter und Vize-Rabbiner (Dajan) in Fürth. Im Jahr 1752 heiratete er Ella Nathan und erfüllte dadurch auch die religiöse Voraussetzung für eine weitere rabbinische Karriere. Mit der Unterstützung seines Vaters erhielt er den Ehrentitel "Chawer" (hebr. Genosse). Anschließend erhielt Noah Berlin einen Ruf als Rabbiner in die jüdische Gemeinde von Baiersdorf, Sitz des Landesrabbinats im Fürstentum Bayreuth, und von 1772 bis 1783 in der Residenzstadt Bayreuth selbst. Anschließend ging er nach Mainz und wurde Landesrabbiner des gleichnamigen Erzstifts. Von dort führte ihn sein Weg 1799 in das dänische Altona bei Hamburg, wo er das Bezirksrabbinat Altona, Hamburg und Wandsbeck leitete. Rabbiner Noah ben Abraham Berlin war in seiner Lehre deutlich vom sephardischen Judentum inspiriert und unterschied sich dadurch von den meisten seiner Kollegen in Deutschland und Polen. Auf Grund seines umfangreichen Wissens wurde Rabbiner Berlin von seinen Zeitgenossen hoch geschätzt, außerdem veröffentlichte er Glossen zu theologischen Werken sowie mehrere Werke über religiöse Fragen des Judentums: z.B. "Aze Almugim. Erklärung über rituelle Händewaschungen, den Erub und die Eheverbote" (Bayreuth 1779) und "Ma'yan ha Chochma. Die 613 Gebote und Verbote in metrischer Form nebst einem ausführlichen Kommentar dazu" (Rödelheim 1804). Sein bedeutendster Schüler war der große Gelehrte, Verleger und Theologe Wolf Heidenheim (1757-1832). Der jüngere Bruder Ariel Löb ben Abraham Meir Berlin (1737-1814) wurde ebenfalls Rabbiner und wirkte zuletzt als Landesrabbiner in Kassel.
Literatur
- Leopold Löwenstein: Zur Geschichte der Juden in Fürth, Bd. II. Nachdr. Hildesheim 1974, S. 72.
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