Biografien
Menschen aus Bayern

Maximilian Graf von Montgelas Geheimer Staats- und Konferenzminister, Diplomat

geboren: 12.09.1759, München
gestorben: 14.06.1838, München

  • Erziehung bei seiner Mutter, dann am Freisinger geistlichen Hof sowie Besuch der Erziehungsanstalt Nancy
  • 1768-1776 internationale Diplomatenschule des Chr. Wilhelm Koch, die ihn mit den Ideen des bürokratischen, zentralistischen und omnipotenten Staates vertraut machte, danach halbjähriger Besuch der Universität Ingolstadt
  • Studium der Staatswissenschaft und Jurisprudenz in Straßburg
  • 1777 Ernennung zum kurbayerischen Hofrat
  • 1779 Juraexamen in Ingolstadt
  • 1779 Kammerherr und Bücherzensurrat
  • 1785 aufgrund der Verfolgung der Illuminaten in Bayern Flucht nach Zweibrücken
  • Verwendung im Kabinett des Herzogs Karl August unter Minister Hohenfels
  • 1795 Legationsrat daselbst
  • 1796 Geheimer Rat des Herzogs (und späteren Kurfürsten und Königs von Bayern) Max Joseph von Zweibrücken; im gleichen Jahr dessen Vertreter auf dem Kongress von Rastatt
  • 1799-1817 Geheimer Staats- und Konferenzminister des Départements der Auswärtigen Angelegenheiten
  • 1803-1806 und erneut 1809-1817 Geheimer Staats- und Konferenzminister des Départements der Finanzen
  • 1806-1817 Geheimer Staats- und Konferenzminister des Départements des Innern (zugleich für Kultus- und Unterrichtsangelegenheiten)
  • 1809 in den Grafenstand erhoben
  • Geprägt von Aufklärung und Rationalismus sowie der Staatsauffassung Chr. Wilhelm Kochs, versuchte Montgelas Bayern konsequent zu reformieren und zu modernisieren. Unter seiner Regie wurde 1802-1803 die Säkularisation planmäßig vorangetrieben, Privilegien des Adels, der Kirche und der Gemeinden wurden beseitigt
  • In der Außenpolitik lavierte er Bayern zwischen den Großmächten Österreich und Frankreich mit wechselnden Bündnissen hindurch und hatte damit letztlich Erfolg: 1806 erlangte Bayern die Königswürde und Gebietsgewinne, 1815 konnte es seinen Besitzstand auf dem Wiener Kongress wahren
  • 1817 wurde Montgelas, von seiner eigenen Bürokratie gestürzt, von Max I. Joseph in den Ruhestand entlassen
  • Politisch blieb er nach 1818 als erblicher Reichsrat der Krone Bayern aktiv