Ingolstadt, katholisch
Vater: Herzog Wilhelm V. von Bayern (1548-1626); Mutter: Renate (1544-1602), Tochter des Herzogs Franz I. von Lothringen; Tante: Maria († 1608), verheiratet seit 1571 mit Erzherzog Karl II. von Innerösterreich, Vater von Kaiser ® Ferdinand II.; Bruder u. a. -> Ferdinand (1577-1650), seit 1612 Erzbischof von Köln und Bischof von Hildesheim, Münster, Paderborn und Lüttich; Schwestern: Maria Anna (1574-1616), verheiratet seit 1600 mit dem späteren Kaiser -> Ferdinand II., Magdalena (1587-1628), verheiratet seit 1613 mit Herzog -> Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg; 1595 Heirat mit Elisabeth (1574-1635), Tochter Herzog Karls II. von Lothringen; 1635 Heirat mit Maria Anna (1610-1665), Tochter Kaiser -> Ferdinands II.; zwei Kinder aus der zweiten Ehe, darunter Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern (1636-1679)
Nach dem Jurastudium an der Jesuitenuniversität Ingolstadt zwischen 1587 und 1591 wurde Maximilian bereits seit 1591 von seinem Vater Wilhelm V. an der Regierung des bayerischen Herzogtums beteiligt, die er 1598 übernahm. Innenpolitisch gelang ihm durch schärfere Kontrolle der Amtsleute und Verbesserung der Einkünfte aus Steuern, Zöllen, Weißbiermonopol, Salzproduktion und Salzhandel die Sanierung des zerrütteten Staatshaushalts. Ab 1612 regierte Maximilian ohne die Landstände. Mit dem Codex Maximilianeus von 1616, der bis 1756 gültig blieb, stellte er erstmals die Rechtseinheit von Ober- und Niederbayern her. Maximilian machte Bayern zu einem der bestverwalteten Territorien im Reich. Er arbeitete selbst unermüdlich und akribisch die Akten durch, überwachte seine Beamten persönlich und schuf so die Basis für seine weit reichenden außenpolitischen Aktivitäten.
Mit der Eroberung und Einverleibung Donauwörths in den Jahren 1607 bis 1609 in Exekution der Reichsacht und mit der Gründung der Liga 1609 wurde Maximilian zum Vorreiter der gegenreformatorischen Kräfte im Reich. Kaiser -> Ferdinand II. war angesichts des böhmischen Aufstands auf Hilfe angewiesen, sodass Maximilian im Münchner Vertrag vom 8. Oktober 1619 freie Disposition über das aufzustellende Ligaheer sowie Ersatz aller Kriegskosten zugesichert bekam. Nach dem Sieg in der Schlacht am Weißen Berg 1620 erhielt Maximilian wie im Münchner Vertrag vereinbart 1621 geheim, 1623 öffentlich die Kurwürde seines geächteten Vetters Friedrich V. von der Pfalz sowie 1628 als Ersatz für seine Kriegskosten die rechtsrheinische Pfalz und die Obere Pfalz. Auf dem Höhepunkt seiner Macht konnte Maximilian auf dem Regensburger Kurfürstentag von 1630 die Entlassung -> Wallensteins und die Reduzierung der kaiserlichen Armee durchsetzen. Die Besetzung Münchens durch die Truppen des schwedischen Königs -> Gustav Adolf 1632 vermochte er nicht zu verhindern. Die Schweden wurden erst durch das erneute Eingreifen Wallensteins zum Abzug gezwungen. Nachdem Bayern im weiteren Kriegsverlauf wiederholt von schwedischen und französischen Truppen verwüstet worden war, schloss Maximilian in militärisch aussichtsloser Lage 1647 einen Separatfrieden mit Schweden und Frankreich und ebnete so den Weg für einen allgemeinen Frieden, der ihm die Kurwürde und die Oberpfalz beließ.
Als überzeugter und in Gebet, Messe und Bußübungen eifrig praktizierender Katholik sah Maximilian es als seine zentrale Aufgabe, die Untertanen zum Glauben anzuhalten. Er förderte insbesondere verschiedene Reformorden, den Marienkult und Wallfahrten. Gleichzeitig bewies der mitunter asketisch wirkende Fürst, z. B. durch den Bau der Münchner Residenz oder seine umfangreichen Kunstsammlungen, seinen Sinn für herrschaftliche Repräsentationskultur. 1651 starb Maximilian in Ingolstadt.