geboren: 17.08.1722 (?),
Regensburg
gestorben: 1800/2 (?),
Regensburg
Wirkungsort:
Regensburg
Nur sehr wenig ist über das Leben des Isaak (Eisik) Alexander bekannt. Selbst sein Geburtsdatum ist nicht völlig gesichert. Bereits mit 13 Jahren soll er in seiner Vaterstadt Regensburg als religiöser Lehrer gewirkt haben. Nach dem Pogrom von 1519 begann sich dort ab 1730 wieder eine jüdische Gemeinde zu etablieren. Angeblich war Isaak Alexander seit circa 1753 der erste offizielle Rabbiner der Regensburger Gemeinde, zumindest weisen einige wenige Quellen darauf hin. Nachweisbar ab 1780 übernahm er auch das Amt des Stedlan, war also Fürsprecher und Mittler zur christlichen Obrigkeit. In der Literatur wird Rabbiner Isaak Alexander zuweilen als intellektueller Vorgänger des aufgeklärten Berliner Rabbiner-Philosophen Moses Mendelsohn (1729-1786) genannt. Für die Zeit sind seine Bibelauslegungen einzigartig, in denen er die Heilige Schrift mit den Methoden der Philosophie unternahm und dabei Sokrates, Leibniz oder Wolf zitierte. Am ungewöhnlichsten ist "Verein der Mosaischen Gesetze mit dem Talmud" aus dem Jahr 1786. Am Vorabend der Französischen Revolution informierte er ausführlich über den Talmud und verteidigte die hebräische Sprache mi ihren Vorzügen. Hass, Intoleranz und Verschwörungstheorien seien nur durch Unkenntnis entstanden, die eine freie Gesellschaft durch Bildung überwinden könne. Leider konnte sich Rabbiner Isaak mit seiner Idee, die bürgerliche Aufklärung mit einem souveränen Judentum zu verbinden, nicht durchsetzen. Als er im Jahr 1800 (oder 1802) verstarb, begann sich bereits ein weitgehender Assimilierungsprozess einzuleiten: Für ihre Emanzipationen waren Juden in Bayern und Deutschland bereit, wesentliche Bestandteile ihrer überlieferten Kultur aufzugeben. (Renate Heuer)
Literatur
- Anja Speicher (Hg.): Isaak Alexander. Schriften. Ein Beitrag zur Frühaufklärung im deutschen Judentum. Frankfurt a. Main 1998 (= Judentum und Umwelt 67).
- Renate Heuer: Isaak Alexander (1722?-1800), Rabbiner zu Regensburg, "Unser ausgezeichneter thorakundiger Herr und Meister Morenu hoRav Eisik, Sein Licht leuchte". In: Haus der Bayerischen Geschichte (Hg.) / Manfred Treml / Wolf Weigand: Geschichte und Kultur der Juden in Bayern, Bd. 2: Lebensläufe. München 1988 (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 18), S. 37-42.
- Isaak Alexander: Von der Freiheit des Menschen. Regensburg 1780.
Quellen
GND: 120105756