Biografien
Menschen aus Bayern

Herzogin von Württemberg Sabina (geb. Herzogin von Bayern) von Bayern

geboren: 24. 4. 1492, München
gestorben: 30. 8. 1564, Nürtingen

Tochter von Herzog Albrecht IV. und Kunigunde von Österreich, Schwester von Sibylle (verheiratet mit Ludwig V. von der Pfalz), Wilhelm IV., Ludwig X., Ernst (Administrator von Passau und Salzburg) und Susanne (Frau des Markgrafen Kasimir von Brandenburg-Kulmbach und nach dessen Tod 1529 Frau des Pfalzgrafen Ottheinrich); seit 1511 verheiratet mit Herzog Ulrich I. von Württemberg.

Sabina wurde schon im Alter von sechs Jahren aus taktischen Gründen von ihrem Onkel König Maximilian I. an Ulrich von Württemberg versprochen. Diese Ehe verlief aufgrund der gewalttätigen Veranlagung Ulrichs recht unglücklich, so dass Sabina aus Württemberg floh und bei ihren Brüdern in München Zuflucht suchte. Als 1551 ihr Sohn Christoph die Regierung Württembergs antrat, führte Sabina einen kleinen Hof in Nürtingen, den sie zu einem Treffpunkt des lokalen Protestantismus machte.

Um den politischen Anspruch Habsburgs auf das Herzogtum Württemberg auch dynastisch absichern zu können, arrangierte König Maximilian 1498 eine Heiratsabsprache für seine erst sechsjährige Nichte Sabina von Bayern und den minderjährigen Herzog Ulrich von Württemberg. Ulrich, der diesem Eheprojekt nur ungern folgte, heiratete Sabina 1511 mit großem Prunk in Stuttgart. Die Ehe war von Anfang an äußerst unglücklich. Trotz der Geburt ihrer zwei Kinder Anna (1513) und Christoph (1515) floh Sabina 1515 vor den brutalen Gewalttätigkeiten ihres Mannes, nachdem er seinen Stallmeister Hans von Hutten ermordet hatte, weil dieser das Ehedesaster Ulrichs bekannt gemacht hatte. Sabina konnte sich nach München in den Schutz ihrer Brüder Wilhelm und Ludwig retten. Die beiden Herzöge bezogen öffentlich Stellung gegen ihren Schwager Ulrich. Nachdem der Kaiser anfänglich noch zu vermitteln versucht hatte, verhängte er 1518 über Ulrich die Reichsacht. 1519 zogen die bayerischen Herzöge mit den übrigen Mitgliedern des Schwäbischen Bundes zum Krieg gegen Ulrich von Württemberg aus, der außer Landes floh. Sabina bemühte sich darum, dass ihrem Sohn Christoph das Herzogtum unter bayerischer Vormundschaft erhalten blieb, was sich jedoch nicht durchsetzen ließ. 1520 ging das Land an Habsburg, Christoph kam nach Innsbruck an den Hof Ferdinands, Sabina ging mit ihrer Tochter zurück in das Herzogtum nach Urach. Als Christoph 1551 die Regierung antrat, überließ er seiner Mutter Nürtingen als Witwensitz. Dort beschäftigte sich die gebildete Herzogin während ihrer letzten Lebensjahre intensiv mit der neuen Glaubenslehre des Protestantismus, dessen Anhängerin sie geworden war.