Herman Rose wurde nach einem Studium in Würzburg sowohl Lehrer, Religionslehrer als auch Vorsänger in seiner Heimatstadt Altenstadt(-Illereichen). Er leitete die Schule von 1900 bis zu ihrer Schließung 1924. Aus seiner Ehe mit Ida geb. Freimark (1877-1942) gingen vier Kinder hervor. Hermann Rose tat sich auch als Heimatforscher hervor. Sein 1931 publiziertes Buch "Geschichtliches der Israelitischen Kultusgemeinde Altenstadt" ist eine wertvolle Arbeit zum schwäbischen Landjudentum. Als 1998 der ehem. Synagogenplatz in Altenstadt neu gestaltet wurde und auf der gegenüberliegenden Seite der "Hermann-Rose-Platz" angelegt, zur Erinnerung an den letzten Lehrer der jüdischen Gemeinde Altenstadt.
Nach einem pädagogischen Studium an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg wurde Hermann Rose Lehrer in verschiedenen kleinen Kultusgemeinden, bis er in seinem Geburtsort Oberwaldbehrungen die jüdischen Elementarschule übernahm. 1899 hatte er in Würzburg Ida geb. Freimark (1877-1942) geheiratet, gebürtig aus Homburg am Main. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Im Jahr 1900 wechselte Hermann Rose seine Stelle und zog mit seiner Familie nach Altenstadt, wo er in Personalunion die Ämter des Schullehrers, Religionslehrers (Melamed) und Vorsängers (chasan) erfüllte.
Ein Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. August 1902 berichtet über einen Festakt zum hundertjährigen Bestehen der Synagoge: "Ein seltenes und zugleich erhebendes Fest hat die israelitische Kultusgemeinde am verflossenen Schabbat Nachamu und am darauf folgenden Sonntag gefeiert, das Fest des hundertjährigen Bestehens ihrer Synagoge [...] Herr Lehrer Rose hielt einen geschichtlichen Vortrag über den Werdegang der Kultusgemeinde". Neben seinem sozialen Engagement hatte Rose auch mit intensiven heimatkundlichen Forschungen zur Geschichte der Kultusgemeinde begonnen. Er erteilte nach Auflösung der jüdischen Elementarschule im Jahr 1924 noch drei, im Schuljahr 1932/33 nurmehr zwei Kindern den Religionsunterricht. Als man 1925 das Kriegerdenkmal für die jüdischen Gefallenen des Ortes in der Synagoge einweihte, war es wieder Hermann Rose, der eine "von Religiosität und Vaterlandsliebe durchwehten Gedächtnisrede" vor hunderten Festgästen hielt. 1931 publizierte er das Ergebnis seiner historischen Forschung im Selbstverlag: Sein "Geschichtliches der Israelitischen Kultusgemeinde Altenstadt" ist eine wertvolle Quelle zum schwäbischen Landjudentum. 1931 wählte ihn die regionale Lehrerkonferenz zum Ehrenvorsitzenden.
Hermann Rose ging kurz nach 1924, als die jüdische Schule schließen musste, in Frühpension. Er musste den Aufstieg der Nationalsozialisten miterleben und starb desillusioniert im Jahr 1936. Er ruht auf dem jüdischen Friedhof in Altenstadt. Sein Grabstein mit dem Schofar ehrt Rose als "ba'al tokeah" (hebr. Meister des Klangs), eine Auszeichnung für anerkannte und fromme Gemeindemitglieder. Seine Frau Ida und Sohn Albert Rose (1900-1943) wurden 1942 deportiert und in Theresienstadt ermordet. Nachfahren der Geschwister leben in den USA.
1998 wurde der ehem. Synagogenplatz nach dem Konzept eines Memorials von Roland Schmidt neu gestaltet. Zentrales Element sind Granitpfeiler mit horizontal anschließenden Plattenbändern aus Calance-Gneis sowie ein Brunnen. Auf der dem Synagogenplatz gegenüberliegenden Seite wurde der "Hermann-Rose-Platz" angelegt, zur Erinnerung an den letzten Lehrer der jüdischen Gemeinde Altenstadt.
Literatur
- Hermann Rose: Geschichtliches der Israelitischen Kultusgemeinde Altenstadt. [Altenstadt] 1931.
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Quellen
GND: nicht verfügbar