Biografien
Menschen aus Bayern

Heinrich Hilgard Verlagsagent, Arbeiter auf Holzlastzug, Journalist und Herausgeber, Kriegsberichterstatter, Jurist, Vorstand einer Eisenbahngesellschaft

geboren: 1835, Speyer
gestorben: 20.11.1900

Heinrich Hilgard-Villard, auch der amerikanische Eisenbahnkönig genannt, macht 1853 in Speyer Abitur. Nach kurzem Studium entschließt er sich verhältnismäßig spontan, in die USA auszuwandern, vermutlich aufgrund einiger gescheiterter Versuche, beruflich richtig in Deutschland Fuß zu fassen. Sein Studienversuch blieb lustlos, eine schriftstellerische Betätigung brachte nicht den gewünschten Erfolg; zudem war Hilgard zu diesem Zeitpunkt hoch verschuldet. Von seinem letzten Geld kauft er sich eine Schiffspassage und verlässt Europa im Jahre 1835 an Bord der Nordamerika. Den Hafen von New York erreicht er völlig mittellos. Er verdingt sich in den USA zunächst als Agent eines Verlegers, als Arbeiter auf einem Holzlastzug und als Schreiber. Nach und nach fast er in der Neuen Welt Fuß, wird Kolumnenschreiber einer Lokalzeitung und später deren Herausgeber und gewinnt das Vertrauen Präsident Lincolns. Den Sezessionskrieg erlebt er als Kriegsberichterstatter. Nach Kriegsende studiert er Jurisprudenz und schafft es, als Vertreter deutscher Kapitalgeber in den Vorstand amerikanischer Eisenbahngesellschaften. Bald wird er mit der Leitung dieser Gesellschaften betraut. Den Höhepunkt seiner Karriere erreicht er mit der Gründung und Fertigstellung der Nord-Pazifik-Eisenbahn-Linie 1883. Henry Villard wurde später zum Ehrenbürger von Speyer und Zweibrücken ernannt.