geboren: 28.02.1924,
Bad Kötzting
gestorben: 19.12.2000,
Hewlett (New York City)
Wirkungsort:
Houston TX
Fritz Freiwirth war der Sohn von Rudolph Freiwirth (1881-1942?) und Amalie geb. Kirschner (1890-1942?), die einer fest etablierten und großen jüdische Familie entstammte. Rudolph kam ursprünglich aus Wien und war 1919 von München zugezogen. Die Freiwirths betrieben ein Textilgeschäft in der Kötztinger Marktstraße und flohen vor dem NS-Terror 1933 nach München, dann über Wien in die Tschechoslowakei. Seit seinem neunten Lebensjahr wuchs Fritz Freiwirth in Brünn (tsch. Brno) auf, wo er auch die Schule besuchte. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht wagte nur Fritz die Flucht. Über Korsika erreichte er das Mandatsgebiet Palästina, wo er bei der Großfamilie seiner Tante Alice, der Familie Klein, Zuflucht fand. Seine Mutter Amalie wurde nach Ausschwitz verschleppt und dort ermordet, sein Vater und der vier Jahre ältere Bruder Oskar kamen in das Zwansgarbeiterlager Mauthausen in Österreich ("Vernichtung durch Arbeit"). Nur Oskar wurde 1945 von US-Truppen befreit und lebte nach dem Zweiten Weltkrieg in London. Fritz, nun "Fred" Freiwirth beendete in "Erez Israel" sein Studium, das er an der Technischen Universität Brünn begonnen hatte, heiratete und emigrierte 1955 in die USA, wo bereits drei weitere Tanten lebten. Diese hatten ihn nicht nur bei der Einwanderung unterstützt, sondern halfen auch bei seinem beruflichen Fortkommen. Wegen seiner Qualifikationen und hohen Motivation wurde es ihm möglich, bei der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zu arbeiten. Eine in der "Kötztinger Rundschau" publizierte Urkunde bestätigte, dass Freiwirth aktiv an der Mondlandung von Apollo 11 im Jahr 1969 beteiligt war. Auch an der Mondlandung von 1971 wirkte er mit. Hermann Seiler und seine Frau aus Bad Kötzting konnten ihren Neffen kurz vor dem Start von Apollo 14 in Florida besuchen, Fritz Freiwirth reiste für einen Gegenbesuch nach München. (Clemens Pongratz)
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Quellen
GND: nicht verfügbar