Biografien
Menschen aus Bayern

Ferdinand Herzog von Bayern, Kurfürst und Erzbischof von Köln

geboren: 07.10.1577, München
gestorben: 13.09.1650, Arnsberg/Westfalen

Bischof von Lüttich, Münster, Hildesheim seit 1612 und Paderborn seit 1618

Vater: Herzog Wilhelm V. von Bayern († 1626), Mutter Elisabeth Renate († 1602); Onkel: Ernst († 1612), Erzbischof von Köln; Bruder u. a.: ® Kurfürst Maximilian I.

Im Rahmen der wittelsbachischen Hauspolitik früh zum geistlichen Stand bestimmt wurde der 1577 geborene Ferdinand von Jesuiten erzogen. Er studierte in Ingolstadt. Auf der Basis zahlreicher Dompfründen und unter Missachtung des tridentinischen Verbots der Pfründenakkumulation erwarb Ferdinand mit päpstlicher Billigung das Erzbistum und Kurfürstentum Köln sowie die Bistümer Lüttich, Münster, Hildesheim und Paderborn. Diese Machtzusammenballung sollte den von protestantischen Nachbarn vielfach bedrohten geistlichen Gebieten Schutz bieten. Bei Ferdinand verband sich dynastisches Interesse mit aufrichtiger Frömmigkeit und starkem kirchlichen Engagement. So trieb dieser entschiedene Gegner des Protestantismus in seinen Territorien energisch die kirchliche Reform voran und bemühte sich um die Rückgewinnung von Gebieten. Die Hexenverfolgungen förderte er nachhaltig. Als Mitglied der Liga schloss er sich im Dreißigjährigen Krieg eng an Bayern an. Während Ferdinand seine Länder zu Beginn des Kriegs vor größerem Schaden bewahren konnte, wurden sie nach dem Einfall der Schweden mehrfach schwer in Mitleidenschaft gezogen. Vor seinem Tod im Jahr 1650 hatte er seinen Neffen Maximilian Heinrich als Koadjutor in Köln, Hildesheim und Lüttich angenommen und konnte so den Bestand der bayerischen Sekundogenitur in Nordwestdeutschland sichern, die von 1583 bis 1761 existierte.