geboren: 01.05.1891,
Berlin
gestorben: 02.03.1970,
Birmingham
Wirkungsort:
München
Else Behrend entstammte einer gutbürgerlichen und assimilierten jüdischen Familie. Ihr Vater war Arzt und förderte die Ausbildung seines Kindes. Else besuchte das Henriette-Luise-Gymnasium und absolvierte eine Ausbildung als Kindergärtnerin. Sie studierte dann Geschichte, Philosophie und Pädagogik und wurde 1918 in Jena promoviert. Sie wurde Mitglied in der SPD und arbeitete von 1928 bis 1933 als Fürsorgerin in einem Berliner Frauengefängnis. Nach der NS-Machtübernahme 1933 wurde sie aus rassistischen Gründen entlassen. Von 1938 bis 1942 war sie Sozialarbeiterin in der Jüdischen Gemeinde in München. Im Unterschied zu ihrem Ehemann, dem Juristen und bis 1933 sozialdemokratischem Abgeordneten des preußischen Landtags Siegfried Rosenfeld, hatte sie nicht mehr rechtzeitig vor dem Ausreiseverbot im Oktober 1941 fliehen können. Zwangsweise übernahm sie das Amt der Wirtschaftsleitung im Sammellager Berg am Laim, wo alte und kranke Jüdinnen und Juden vor ihr Deportation einquartiert wurden. Sie floh und lebte ab 1942 versteckt. Von Mai 1943 bis April 1944 kam sie bei der Familie des Journalisten und späteren Mitbegründers der Süddeutschen Zeitung, Edmund Goldschagg, in Freiburg im Breisgau unter und flüchtete im April 1944 in die neutrale Schweiz. Nach dem Sturz der NS-Diktatur zog sie zu ihrem Mann nach England und anglisierte ihren Namen in "Rahel". 1946 übte sie eine Vortrags- und Lehrtätigkeit in deutschen Kriegsgefangenenlagern in England aus. 1952 kehrte sie nach Deutschland zurück, wo sie als Fürsorgerin in bayerischen Gefängnissen, Gefangenen- und Entlassungslagern tätig war. In dieser Zeit wohnte sie in Icking. Im Alter von 70 Jahren kehrte sie nach England zurück und verstarb in Birmingham. Neben dem Mahnmal für das Sammellager Berg am Laim hängt auch eine kleine Bronzetafel, welche an ihr Schicksal erinnert. Dr. Behrend-Rosenfelds Biografie ist Teil des "Weges der Erinnerung" zur NS-Zwangsarbeit in der Flachsrösterei Lohhof bei Unterschleißheim.
Literatur
- Rahel Behrend: Verfemt und verfolgt. Erlebnisse einer Jüdin in Nazi-Deutschland 1933-1944. Zürich 1945.
- Helga Pfoertner: Mit der Geschichte leben, Bd. 1, München 2001, S. 1–9.
Weiterführende Links
Quellen
GND: 118508431