Biografien
Menschen aus Bayern

Dr.h.c. Max Grundig

geboren: 07.05.1908, Nürnberg
gestorben: 08.12.1989, Baden-Baden

 

Sohn des Lagerarbeiters Max Emil Grundig (1879-1920). 1922 kaufmännische Lehre bei der Firma Amag-Hilpert in Nürnberg. 1927 Leitung der Filiale in Fürth, dort nebenher Vertrieb von Radiozubehör und Rundfunktechnik. 1930 Gründung einer eigenen Firma, gemeinsam mit seinem Freund Karl Wurzer: "Radio-Vertrieb Fürth. Grundig & Wurzer OHG". 1938 Auftrag über 30.000 Kleintransformatoren von der Rüstungsindustrie, nach 1939 überwiegend Tätigkeit für die deutsche Wehrmacht und Reparatur von Geräten der militärischen Nachrichtentechnik, 1941 Einziehung zum Nachrichtendienst des Heeres. 1943-1945 Produktion von Transformatoren, elektrischen Zündern und Steuerungsgeräten, "Unabkömmlichkeits-Abstellung" aufgrund der kriegswirtschaftlichen Bedeutung, Großaufträge von Siemens und AEG, darunter der Bau von Steuerungsgeräten für die V1 und die V2.

Nach 1945 Neuaufbau: Juni/August 1945 Start der Produktion von Universaltransistoren und Röhrenprüfgeräten; 1946/47 erlangt Grundig Weltruhm mit dem Radiobaukasten 'Heinzelmann', mit dem er das langwierige Genehmigungsverfahren der Militärregierung  für die Radioproduktion umgeht. 1947 Expansion der Firmenproduktion und Fertigung des Komplettgerätes "Weltklang" mit drei Wellenbereichen. Nach 1949 Änderung des Firmennamens in "GRUNDIG Radio-Werke GmbH", stetige Ausdehnung der Angebotspalette und der Produktionskapazitäten (1949-1969 Versiebenfachung der Monatsproduktion): 1950 ist Grundig die größte Spezialfabrik für Rundfunkgeräte in Europa, 1955 größter Tonbandhersteller der Welt, 1965 größter deutscher Fernsehgerätehersteller. 1957 Übernahme der Anteilsmehrheit von "Triumph und Adler", Herstellung von Schreib- und Büromaschinen. 1972 Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft. In den 1980er-Jahren ist Grundig der größte Arbeitgeber Mittelfrankens mit 28000 Beschäftigten. 1984 erste Umsatzeinbrüche, Kapitalbeteiligung des niederländischen Philips-Konzerns, Max Grundig gibt die unternehmerische Führung an den Mehrheitseigner Philips-Konzern ab. 1998 Übernahme des Unternehmens durch ein bayerisches Bankenkonsortium unter Führung von Anton Kathrein (Kathrein Werke KG), 2003 Insolvenz; der Firmenname lebt in den Unternehmen "Grundi Intermedia" und "Grundig Business Systems" weiter.

Max Grundig stand als Unternehmer in der Tradition des sozialen Unternehmertums: 1952 Gründung der 'Grundig-Wohnungsbau GmbH' zum Bau von Werkswohnungen, 1953 Einrichtung einer Ruhegeldakasse, 1966 einer Kindertagesstätte. 1958 Gründung der Grundig-Bank, 1977 der Grundig-Akademie für Wirtschaft und Technik. Dr. h.c. der Universität Erlangen-Nürnberg; zahlreiche weitere Ehrungen. (ch)