Biografien
Menschen aus Bayern

Dr. rer.pol. Ludwig Erhard Nationalökonom, Betriebswirt, Hochschullehrer, Deutscher Bundeskanzler, Politiker

geboren: 04.02.1897, Fürth
gestorben: 05.05.1977, Bonn

1916-1918 Teilnahme am Ersten Weltkrieg. 1919-1922 Studium an der Handelshochschule in Nürnberg,1922-1925 Studium der Betriebswirtschaft, Nationalökonomie und Soziologie in Frankfurt am Main, Promotion über das währungspolitische Thema "Die Bedeutung der Welteinheit". 1928-1942 am Institut für Wirtschaftsbeobachtung der Handelshochschule Nürnberg asl Assistent, später als Leiter tätig. 1942 Gründung eines eigenen Instituts für Industrieforschung, Beschäftigung mit Fragen der Wirtschafts- und Finanzentwicklung. 1945/46 Bayerischer Staatsminister für Handel und Gewerbe im Kabinett Hoegner. 1947 Berufung zum Leiter der "Sonderstelle Geld und Kredit" der britisch-amerikanischen Bi-Zone,  Vorbereitungsarbeiten zur Währungsreform. 1948/49 Direktor der Wirtschaftsverwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes. Als solcher erklärt er am Tag der Währungsreform (20.6.1948) gegen den Widerstand der Besatzungsmächte das Ende der Zwangswirtschaft. Berufung zum Honorarprofessor für Rechts- und Staatwissenschaften an der Universität München. 1949-1963 Bundeswirtschaftminister unter Konrad Adenauer, 1957-1963 auch Vizekanzler. Der wirtschaftliche Aufschwung der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der von Erhard durchgesetzten "Sozialen Marktwirtschaft" bringt ihm den Ruf eines "Vaters des Wirtschaftswunders" ein. 1963-1966 als Nachfolger Adenauers Bundeskanzler. Fortsetzung der Koalition von CDU/CSU und FDP. Als Bundeskanzler jedoch fehlt ihm innerhalb der eigenen Partei der notwendige Rückhalt. Nach dem Rücktritt der FDP-Minister wegen Auseinandersetzungen um die Haushaltssanierung Führung einer Minderheitsregierung von CDU/CSU. Ablösung derselben am 1.12.1966 durch das Kabinett der "Großen Koalition" unter Kurt Georg Kiesinger. 1966/67 ist Erhard - ohne formelle Parteimitgliedschaft - Vorsitzender der CDU.

Werke (Auswahl): Kriegsfinanzierung und Schuldenkonsolidierung (1944), Deutschlands Rückkehr zum Weltmarkt (1953), Wohlstand für Alle (1957)