Biografien
Menschen aus Bayern

Dr. Otto Karl Geßler Oberbürgermeister, Jurist

geboren: 06.02.1875, Ludwigsburg/Baden-Württemberg
gestorben: 24.03.1955, Lindenberg i.Allgäu

  • Sohn eines Unteroffiziers
  • 1894 Abitur am Humanistischen Gymnasium in Dillingen
  • 1893-1898 Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen, Tübingen und Leipzig
  • 1898 1. Großes Staatsexamen
  • 1898-1899 Militärdienst
  • 1900 Promotion zum Dr. jur. in Erlangen, "summa cum laude"
  • 1903 2. Juristische Staatsprüfung und Eintritt in das Bayerische Justizministerium
  • 1904 Dritter Staatsanwalt am Landgericht Straubing
  • Vorsitzender des Straubinger "Jungliberalen Vereins" (Nachwuchsverein der
  • Nationalliberalen und der Fortschrittlichen Volkspartei)
  • Ab 1905 Richter am städtischen Kaufmanns- und Gewerbegericht in München
  • Ab 1910 Vorsitzender der "Liberalen Arbeitsgemeinschaft"
  • 01.01.1911 Wahl zum Bürgermeister von Regensburg, Mitglied des Bayerischen Städtetags
  • 09.12.1913 Wahl zum Oberbürgermeister von Nürnberg, Amtsantritt am 01.01.1914, als solcher Organisation einer effektiven Kriegsfürsorge in der Stadt, Förderung von Industrie und Gewerbe u.a durch die Beschaffung von Rüstungsaufträgen. 1918/19 trägt sein besonnenes Auftreten entscheidend dazu bei, dass Nürnberg von revolutionären Wirren weitgehend verschont bleibt.
  • Mitwirkung bei der Gründung der Deutschen Demokratischen Partei in Nürnberg 1919
  • Ab 25.10.1919 Reichsminister für Wiederaufbau
  • Ab 27.03.1920-1928 Reichswehrminister, zusammen mit General v. Seeckt Aufbau der Reichswehr
  • 1920-1924 Mitglied des Deutschen Reichstags (DDP)
  • 15.01.1925-05.12.1925 "Fachminister" im Kabinett Luther I
  • 23.10.1925-05.12.1925 zusätzlich Kommissarischer Reichsinnenminister
  • 13.05.1926-16.05.1926 stellvertretender Reichskanzler
  • 03.12.1926 Austritt aus der DDP
  • 19.01.1928 Rücktritt als Reichswehrminister wegen Eigenmächtigkeiten untergebener Organe ("Phoebus-Affäre")
  • 07.12.1928-02.1932 Präsident des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge
  • 1931-1933 Vorsitzender des Vereins der Deutschen im Ausland
  • Ab 31.03.1931 Vorsitzender des "Lutherbundes" (Vereinigung von namhaften Personen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zur Reform der Reichsverfassung)
  • Oktober 1931 gescheiterter Versuch, Innenminister unter Reichskanzler Brüning zu werden
  • Ab 1933 zurückgezogenes Leben in Lindenberg
  • Mitglied der Widerstandsgruppe um Franz Sperr, Kontakte zum Kreisauer Kreis
  • Zwei Tage nach dem Attentat vom 20. Juli Verhaftung und Internierung im Konzentrationslager Ravensbrück; Folter; später in verschiedenen Berliner Gefängnissen inhaftiert
  • 24.02.1945 Freilassung
  • Juli 1945-September 1945 Teilnahme an den Sitzungen der Bayerischen Staatsregierung als Reichsminister a.D.; Staatssekretär in der Bayerischen Staatskanzlei
  • 1945-1953 ehrenamtliche Oberleitung des Reservelazaretts Ried
  • 1952 Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Lindenberg
  • Ab Ende 1945 Beauftragter des Bayerischen Roten Kreuzes für Kriegsopfer und Flüchtlingsfürsorge im Kreis Lindau
  • Ab 02.07.1949 Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes und 04.02.1950-1952 gleichzeitig erster Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, ab 1952 Ehrenpräsident
  • 1950-1955 Mitglied des Bayerischen Senats