Biografien
Menschen aus Bayern

Caroline "Carry" Bamberger Mäzenin und Philanthropin

geboren: 16.03.1864, Newark, New Jersey
gestorben: 18.Juli.1944, Lake Placid, New York

Wirkungsort: Baltimore | Philadelphia u.a.

Caroline "Carry" Bamberger (eig. Frank-Fuld) war die Tochter der bayerischen Einwandererfamilie Bamberger. Ihre Eltern hatten die Handelsfirma "L. Bamberger and Company" gegründet und sie zum größten Ladengeschäft in Newark ausgebaut. Caroline war zweimal verheiratet, wobei sie mit beiden Männern gemeinsam auf einem großen Anwesen lebte: Zunächst mit Louis Meyer Frank (1856-1910), und ab 1913 mit Felix Alfred Fuld (1868-1929). Beide Ehen blieben kinderlos. Nach Fulds Tod setzten Caroline und ihr Bruder Louis Bamberger (1855-1944) das Familienvermögen gemeinsam als Mäzene für Kunst und Wissenschaft ein. Unter Carolines Federführung stifteten die Bambergers im Jahre 1930 ganze 18 Millionen US-Dollar für die Gründung des "Institute for Advanced Study" in Princeton, an dem auch Albert Einstein als Professor lehrte.

Caroline Bamberger war das fünfte von sechs Kindern der Theresa Hutzler (1830-1896), die 1838 mit ihrer jüdischen Familie aus Bayern nach Amerika auswanderte, und Elkan Bamberger (1823-1909), der aus Schopfloch in Mittelfranken stammte und 1840 nach Amerika gekommen war. Die Familien beider Eheleute besaßen gut gehende Kurz- und Stoffwarenhandlungen. "Carry" Bamberger zog 1883 zog sie nach Philadelphia und heiratete Louis Meyer Frank (1856-1910). Ein Jahrzehnt später gründeten ihr Mann, ihr Bruder und der Freund ihres Bruders, Felix Alfred Fuld (1868-1929), die sehr erfolgreiche Firma "L. Bamberger and Company" in Newark, New Jersey.

Nach dem unerwartet frühen Tod ihres Mannes Louis Frank heiratete Caroline im Jahr 1913 den Freund und Geschäftspartner Felix Fuld. Sie hatten ohnehin bereits zu dritt auf einem 33 Hektar großen Anwesen gelebt, das sich über Newark und seine Vororte South Orange und East Orange erstreckte. Beide Ehen blieben kinderlos.

Die Fulds waren Mitglieder der "B'nai Jeshurun Reform Congregation" in Newark, der ältesten reformierten Synagoge im Bundesstaat New Jersey. "Carry" Bamberger-Frank-Fuld gehörte der Ortsgruppe von Hadassah an und war von 1930 bis 1935 Mitglied des Vorstands des "National Council of Jewish Women" (Nationaler Bund jüdischer Frauen). Als auch ihr zweiter Mann 1929 recht früh verstarb, verkauften Louis Bamberger und seine Schwester Carry das Familienunternehmen an den Unternehmer R. H. Macy, dem Gründer der noch heute florierenden Kaufhauskette. Sie wollten sich in Zukunft ganz der Philanthropie widmen und das Familienvermögen zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen.

Zusammen mit ihrem Bruder, dem Kaufhausmagnaten Louis Bamberger, stiftete Carry Bamberger 1930 aus ihrem Erbteil das international renommierte Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey. Die Bambergers arbeiteten eng mit dem Gründungsdirektor Abraham Flexner (1866-1959) zusammen. Sie wollten ein vorbildhaftes Modell-Institut nach dem Vorbild des antiken Museum von Alexandria schaffen, in dem Forschende weitgehend frei von weltlichen Belangen ihrer Wissenschaft nachgehen konnten. Das Institut wurde durch seine Stipendien zu einem wichtigen Zentrum für Wissenschaft und zählte zu seinen ersten Professoren Albert Einstein und andere Flüchtlinge aus Hitler-Deutschland. Dem Aufbau und dem Gedeihen des IAS widmete Caroline Bamberger-Frank-Fuld ihre letzten Jahre. Sie starb mit 80 Jahren im Kurort Lake Placid im Bundesstaat New York.

Literatur

  • The Women's Project of New Jersey Inc. (Hg.) / Joan N. Burstyn: Past and Promise. Lives of New Jersey Women. Syracuse 1997, S. 142f.

GND: 119079682