geboren: 29.11.1862,
Weißenburg i.Bay.
gestorben: 30.06.1934 (ermordet),
in der Nähe von Dachau
- Sohn des bayerischen Verwaltungsgerichtshofspräsidenten Gustav Ritter v. Kahr
- Jurastudium in München
- 1888 Eintritt in den bayerischen Verwlatungsdienst
- Ab 1902 im Bayerischen Innenministerium tätig, dort besonders für die Erhaltung der Volkskunst und den Denkmalschutz engagiert
- 1911 mit dem persönlichen Adel ausgezeichnet
- 1917 Regierungspräsident von Oberbayern
- 1920 während des "Kapp-Putschs" zum Bayerischen Ministerpräsidenten ernannt; Entwicklung einer Ideologie der "Ordnungszelle", die für eine zumindest temporäre Loslösung Bayerns aus dem angeblich von linken Kräften dominierten Reichsverband mit dem Ziel der Restauration der Monarchie plädiert
- 1921 Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten nach der von den Alliierten erzwungenen Auflösung der Bayerischen Einwohnerwehren; Rückkehr auf seinen alten Regierungspräsidentenposten
- 25.09.1923 Bestellung zum Generalstaatskommissar im Zuge der Verhängung des Ausnahmezustands durch Ministerpräsident v. Knilling am 26.09.1923 und Übernahme der exekutiven Gewalt (Protest gegen die von der Reichsregierung verkündete Beendigung des passiven Widerstands gegen die Ruhrbesetzung); Versuch, das Übergreifen der politischen Flügelkämpfe zwischen linken und rechten Gruppierungen im Reich auf Bayern zu verhindern
- Verbot linksgerichteter Organisationen und Zeitungen
- 19.10.1923 widersetzt sich dem Befehl von Reichswehrminister Otto Geßler, den "Völkischen Beobachter" wegen Beleidigung der Reichsregierung zu verbieten, unterstellt die in Bayern stationierten Einheiten der Reichswehr seiner Befehlsgewalt
- 09.11.1923 Niederschlagung des "Hitler-Putsches" auf Anordnung Kahrs durch bayerische Landespolizei und Reichswehr
- 15.02.1924 Niederlegung des Amts des Generalstaatskommissars
- Bis 1927 Präsident des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs
- 30.06.1934 im Zuge des "Röhm-Putschs" von den Nationalsozialisten ermordet