Biografien
Menschen aus Bayern

deutscher König und Kaiser Maximilian I.

geboren: 22.3.1459, Wiener Neustadt
gestorben: 12.1.1519, Wels (Oberösterreich)

Sohn von Kaiser Friedrich III. und Eleonore (Tochter König Eduards von Portugal); seit 1477 verheiratet mit Maria von Burgund, Tochter von Herzog Karl dem Kühnen, und 1493 mit Bianca Maria, Tochter von Galeazzo Sforza, Herzog von Mailand.

Maximilians Erziehung wurde durch den Erwählungsglauben seines Vaters geprägt: "Alles Erdreich ist Oesterreich Untertan" (AEIOU). 1486 zum römischen König gewählt, folgte er 1493 seinem Vater in der Regierung und ließ sich 1508 im Dom zu Trient zum Kaiser ausrufen. Durch seine Heirat mit Maria von Burgund erwarb er 1477 den Anspruch auf die burgundischen Besitzungen, die er in zahlreichen Kämpfen größtenteils behaupten konnte.
Vor allem durch seine geschickte Heiratspolitik gelang es Maximilian das Haus Habsburg zur mächtigsten europäischen Dynastie auszubauen.

Maximilians Mutter war früh gestorben. Sein Vater ließ ihn von Lehrern erziehen, die ihn auch in die Regierungskunst einführen sollten. Der Unterricht, den der junge Maximilian auf diese Weise erfuhr, verband die geistige und religiöse Bildung mit körperlicher Ertüchtigung und der Ausbildung handwerklicher Fertigkeiten. Die besondere Leidenschaft Maximilians galt aber - neben Literatur und Kunst - der Jagd und dem Turnier.
Im Jahr 1477 schloss Maximilian die zwischen den Vätern schon seit 1473 vereinbarte Ehe mit Maria von Burgund, deren Vater Herzog Karl der Kühne kurz zuvor gestorben war. Durch diese Heirat rückte das Haus Habsburg zur führenden Macht in Europa auf. Maximilian musste jedoch seinen Anspruch auf die burgundischen Besitzungen erst im Kampf gegen Frankreich durchsetzen. Außerdem stieß er bei den burgundischen Länderstaaten auf harten Widerstand, weil er das zentralisierende Gewaltsystem Karls des Kühnen fortführte.
Nachdem Maria 1482 überraschend verunglückt war, verbündeten sich der burgundische Adel und die großen Handelsstädte mit Frankreich gegen Maximilian. Sie forderten die Vormundschaft für Maximilians Sohn Philipp und die Verlobung seiner Tochter Margarethe mit Karl VIII. von Frankreich. Im Frieden von Arras wurden 1482 große Teile Burgunds als Mitgift Margarethes an Frankreich abgetreten.
Am 16.2.1486 wurde Maximilian in Frankfurt einstimmig zum König gewählt, am 9. April in Aachen gekrönt. Als Maximilian 1488 in die Niederlande zurückkehrte, um den Erbfolgekrieg zu beenden, wurde er in Brügge 16 Wochen lang von den Bürgern gefangen gehalten. Erst der Kaiser konnte ihn mit Hilfe des Reichsheeres befreien.
Um im Kampf gegen Frankreich an Macht zu gewinnen, heiratete Maximilian, allerdings nur durch Stellvertretung, 1490 Herzogin Anna von der Bretagne. Die Reaktion König Karls von Frankreich war die Eroberung der Bretagne. Obendrein wurde die in ihrer Form fragwürdig abgeschlossene Ehe zwischen Maximilian und Anna annulliert, worauf Karl selbst Anna zur Frau nahm. Seine Verlobte Margarethe schickte er zurück zu ihrem Vater Maximilian, ohne diesem die Mitgift (u.a. das Herzogtum Burgund) zurückzugeben. Diese doppelte Schmähung Maximilians als "Ehemann" und Vater wurde, von der königlichen Propaganda als "Brautraub" tituliert, zum Anlass für einen Rachekrieg gegen Frankreich. Erst im Jahr 1493 konnte Maximilian im Frieden von Senlis die Freigrafschaft Burgund zurückgewinnen und den fünfzehnjährigen Erbfolgekrieg endgültig beilegen. Damit hatte er die burgundischen Besitzungen, mit Ausnahme des Herzogtums Burgund und der Picardie, gegen Frankreich behaupten können und die habsburgische Großmachtstellung gesichert.
Von den Niederlanden zurückgekehrt, konnte Maximilian seinen Vetter Sigismund zur Abtretung Vorderösterreichs und Tirols bewegen, wodurch die habsburgischen Länder wieder in eine Hand kamen. Wien, das von Ungarn besetzt war, eroberte er zurück und stieß weiter nach Ungarn vor, wo er dem Haus Habsburg das Erbrecht auf die Stephanskrone und den Titel eines Königs von Ungarn sicherte.
Maximilian, der von Burgunds Hofkultur und straffer Verwaltung beeindruckt war, sah darin ein Vorbild für seine innenpolitischen Bestrebungen. Allerdings stand Maximilians Streben nach einer Stärkung der königlichen Gewalt im Gegensatz zu dem Willen der Reichsstände, deren Wortführer der Erzbischof von Mainz, Berthold von Henneberg, war. Maximilian musste den Forderungen nach einer Reichsreform wiederholt nachgeben. Dabei konnten auf dem Reichstag zu Worms 1495 wichtige Entscheidungen getroffen werden, wie der Ewige Landfrieden, der Fehde ohne Einschränkung verbot, und die Einrichtung des vom Kaiser unabhängigen Reichskammergerichts.
1494 heiratete Maximilian Bianca Maria Sforza, die Nichte des Herzogs von Mailand, um seine Machtstellung in Italien auszubauen. Als im gleichen Jahr der französische König Karl VIII. in Italien einfiel und Neapel eroberte, rückte für Maximilian die Italienpolitik in den Vordergrund. Die 1495 gegen Frankreich gerichtete Heilige Liga von Venedig wurde von Maximilian bekräftigt durch eine österreichisch-spanische Doppelheirat zwischen seinem Sohn Philipp und der Infantin Johanna sowie zwischen Margarethe und dem spanischen Thronfolger Don Juan. Dadurch fiel den Habsburgern unerwartet die Erbfolge in Spanien zu, womit das Imperium Karls V. vorbereitet war. Mit wechselnden Bündnissen führte Maximilian weiter Kriege um Italien, die allerdings erfolglos blieben. Obendrein verlor er 1499 den Schweizer Krieg, was zur Loslösung der Schweiz vom Reich führte.
Maximilian war am Tiefpunkt seiner Herrschaft angelangt: Im Jahr 1500 hatten die Reichsstände, die die außenpolitischen Unternehmungen Maximilians ablehnten, auf dem Reichstag zu Augsburg durch die Errichtung eines ständischen Reichsregiments die Regierungsgewalt an sich gebracht. Erst zwei Jahre später gelang es Maximilian seine Machtposition wieder aufzubauen, nachdem das Reichsregiment mangels Akzeptanz versagt hatte. Durch verschiedene Erfolge wie sein Eingreifen in den Landshuter Erbfolgekrieg konnte er seine Position im Reich zurückgewinnen. Mit der Doppelhochzeit zwischen zweien seiner Enkel und zwei ungarischen Erbkindern war schließlich sogar der Grundstein für die Donaumonarchie gelegt.
Am 4.2.1508 ließ sich Maximilian im Dom zu Trient zum "Erwählten Römischen Kaiser" ausrufen, wozu der Papst kurz darauf seinen Segen gab.
Doch das Ziel, die Reichsherrschaft in Italien wiederherzustellen, das Maximilian immer verfolgte, konnte er nicht erreichen. Aus dem so genannten Venezianer Krieg von 1508-1516 kam Maximilian wenig erfolgreich, doch hoch verschuldet zurück.
Die Wahl seines Enkels Karl zum zukünftigen deutschen König konnte Maximilian noch durch die Zahlung von Bestechungsgeldern, die vom Haus Fugger vorfinanziert wurden, vorbereiten, bevor er am 12.1.1519 in Wels starb.
Für Maximilian hatten zahlreiche bedeutende Künstler gearbeitet: Maler wie Albrecht Altdorfer, Albrecht Dürer und Bernhard Strigel sowie Literaten wie Sebastian Brant, Konrad Celtis, Willibald Pirckheimer und Ulrich von Hutten. Unter Mithilfe seiner Hofliteraten hatte Maximilian außerdem die autobiografischen Ritterromane "Theuerdank" und "Weisskunig" verfasst