Biografien
Menschen aus Bayern

Markgraf von Brandenburg-Ansbach und -Kulmbach Kasimir von Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach

geboren: 27. 9. 1481, Ansbach
gestorben: 21. 9. 1527, Ofen

Sohn von Markgraf Friedrich V. von Brandenburg-Ansbach und Sophie, der Tochter von König Kasimir IV. von Polen; seit 1518 verheiratet mit Susanne von Bayern, der Tochter Herzog Albrechts IV.

Kasimir, aus dem Haus der Hohenzollern, stellte sich mehrfach als Heerführer und als diplomatischer Vermittler in den Dienst der Habsburger. 1507 entmachtete er seinen eigenen Vater und setzte diesen 13 Jahre lang gefangen. Sein grausames Vorgehen gegen die Aufständischen im Bauernkrieg brachte ihm den Beinamen "Bluthund" ein.

Ursprünglich war für Kasimir wohl eine geistliche Laufbahn vorgesehen gewesen, denn sein Vater hatte ihm zwischen 1491 und 1497 verschiedene Pfründen in Bamberg, Würzburg, Augsburg, Mainz und Köln beschafft. Später änderte der Vater jedoch seine Pläne und überließ Kasimir, solange er sich selbst auf Reisen begab, 1498 und 1499 unter der Beratung von erfahrenen Räten die Statthalterschaft von Ansbach. Die gewonnenen Pfründen trat Kasimir an seine jüngeren Brüder ab.
Im so genannten Schwabenkrieg (bzw. Schweizerkrieg) von 1499 führte Kasimir die Truppen des Schwäbischen Bundes in einem Feldzug gegen die Schweizer an und leitete im Auftrag Kaiser Maximilians I. die Basler Friedensverhandlungen mit den Schweizer Eidgenossen. Von diesem Zeitpunkt an wurde Kasimir zu einem treuen Gefolgsmann des Kaisers und stellte sich immer wieder als Heerführer und als diplomatischer Vermittler in den Dienst der Habsburger.
Das erste ungewöhnlich harte Eingreifen Kasimirs fand 1502 in dem Streit mit der Reichsstadt Nürnberg um den Kirchweihschutz in Affalterbach statt. Mit weit über 6000 Bewaffneten rückte er gegen 2000 Nürnberger aus und ließ Hunderte von ihnen töten, was angesichts der geringen Bedeutung des Streitobjekts jegliches Maß überstieg.
Seit 1507 hatte Kasimir auf die Entmachtung seines verschwendungssüchtigen Vaters hingearbeitet. 1515 gelang es ihm schließlich, zusammen mit seinem Bruder Johann, den Vater gewaltsam abzusetzen, auf der Plassenburg gefangen zu nehmen und für die nächsten dreizehn Jahre unter erbärmlichen Bedingungen festzuhalten. Gleichzeitig übernahm Kasimir mit seinem Bruder Georg die Regierung der Markgrafschaft, wobei Georg meist auf seinen schlesischen Gütern oder am ungarischen Königshof weilte und die Regentschaft Kasimir überließ. Die aufgrund des ausschweifenden Lebensstils des Vaters missliche Finanzlage der Markgrafentümer konnte Kasimir trotz äußerster Sparsamkeit nicht bereinigen.
1518 heiratete Kasimir Susanna, die Tochter des bayerischen Herzogs Albrecht IV. und Nichte von Kaiser Maximilian I. Diese Hochzeit, die von Maximilian I. unterstützt wurde, festigte die Stellung Kasimirs als Reichsfürst zusätzlich.
Im Gegensatz zu seinem Bruder Georg, der ein begeisterter Anhänger Martin Luthers war, bezog Kasimir der Reformation gegenüber nie eindeutig Stellung. Gegen den Bauernaufstand in Franken von 1525 ging er mit besonderer Grausamkeit vor, was ihm den Beinamen "Bluthund" einbrachte. Er wandte gegen die Aufrührer kühl berechnende Täuschungsmanöver an, konnte dadurch den Aufstand schnell niederwerfen und ließ die Besiegten dann brutal hinrichten oder blenden.
Bei einem Feldzug König Ferdinands gegen den Ungarn Johann Zapolya starb Kasimir 1527 in Ofen (Budapest) an der Ruhr.