geboren: 12.08.1907,
Kronach/Oberfranken
gestorben: 08.04.1979,
Schweinfurt
Nach dem Abitur studiert Stangl in München und Würzburg Theologie und wird dort am 16. März 1930 von Bischof Matthias Ehrenfried zum Priester geweiht. Nach seiner Kaplanszeit in Thüngersheim, Himmelstadt und Aschaffenburg versetzt ihn Bischof Ehrenfried am 1. September 1934 nach Würzburg. Von 1938 bis 1943 Diözesanjugendseelsorger, wird Stangl 1943 Pfarrer in Karlstadt. 1945 rettet Stangl die Stadt vor der Zerstörung durch die Amerikaner und wird zum Dank 1947 Ehrenbürger Karlstadts.
Papst Pius XII. ernennt Stangl am 27. Juni 1957 als 86. Bischof zum Nachfolger von Julius Döpfner; seine Bischofsweihe empfängt Stangl am 12. September 1957. Er wird Mitglied des Päpstlichen Sekretariats für die Einheit der Christen und später der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse in Rom, der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Von 1961 bis 1970 bekleidet Stangl das Amt des Vorsitzenden der Kommission für Jugendfragen der Deutschen Bischofskonferenz und seit 1960 das des Nationalpräsidenten der Catholica Unio (Werk der Hl. Kongregation für die Ostkirche).
In seine Amtszeit als Würzburger Diözesanbischof fällt das Zweite Vatikanische Konzil, das bei Stangl besondere Eindrücke hinterließ. Er unterstützt die Beschlüsse des II. Vatikanums ohne Vorbehalt.
Stangl erhält 1959 den Bayerischen Verdienstorden und 1974 das Große Bundesverdienstkreuz; 1976 wird er als Komtur mit Stern in den Orden der Ritter des Hl. Grabes aufgenommen.
Am 8. Januar 1979 ersucht Josef Stangl Papst Johannes Paul II. wegen seines schlechten Gesundheitszustandes um die Entbindung von der Leitung der Diözese.